„Wenn Ihnen diese Sendung gefallen hat, dann spenden Sie doch mit einer SMS an folgende Nummer 50 Cent.“

Dieser Satz klingt wie Bettelei, er klingt aber auch, wie das aufrichtige Bestreben eines Fernsehsenders, ein Programm zu gestalten, welches seinen Zuschauern gefallen könnte. Aber wer würde schon für gutes Fernsehen bezahlen wollen?
Also ich schon. Wenn ich Sendungen interessant finde, dann kaufe ich mir beispielsweise auch die entsprechende DVD dazu. Die Gefahr ist zwar groß, dass ich mir diese DVD nicht mehr ansehe, aber wer weiß, wenn etliche Jahre ins Land gegangen sind, vielleicht hole ich mir dann tatsächlich mal so eine Scheibe auf den Schirm. Für diesen Fall möchte ich gerüstet sein. Vielleicht habe ich aber auch die Hoffnung, mit dem Kauf einer guten DVD recht bald eine Fortsetzung oder ein ähnliches Programm genießen zu können.

Statt dessen wird aber oftmals nur irgendein Mist in die Glotze gekackt gesendet. Man scheint Vorauszusetzen, dass es mit der Intelligenz eines Zuschauers, der sich so etwas ansieht nicht weit her sein kann. Deswegen wird nicht der eingangs geschriebene Satz hinter und während den meisten Sendung genannt, sondern dämliche Pseudorätsel.

Wie macht die Kuh? Muh oder Kikerikie? Woraus macht man Wein? Trauben oder Pflaumen?

Egal, was man antwortet, seine 50 Cent ist man in jedem Fall los. Ich fänd’s schön, wenn man verbietet für einen Anruf ohne Gegenleistung Geld verlangen zu können. Bei jeder bescheuerten Frage würde ich anrufen und hoffen, dass das dem Anbieter tüchtig was kostet. Würden dann recht bald die Fragen anspruchsvoller werden würde ja evtl. der Zwang entstehen, für das Programm die entsprechenden Zuschauer zu gewinnen. Oder man verzichtet einfach auf diese Fragen, bei denen ich mir jedes Mal wenn ich sie höre verarscht vorkomme. Stelle sich mal einer vor, so einen Mist fragt einen jemand auf offener Straße:
„Hallo, wie macht die Kuh? Muh oder Kikerikie? Wenn sie antworten wollen müssen sie erst einmal 50 Cent hier in meine Dose stecken. Sie können aber ein Auto gewinnen.“
Das wäre ungefähr genauso, als müßten man an der Losbude vorher noch eine Aufnahmeprüfung machen. Die Antworten des Tests lauten Muh oder Kikerikie und dann darf man sich bei korrekter Antwort  für 50 Cent aus einem Eimer ein Los nehmen.  Gewonnen hat man dann noch nichts. Natürlich ist es der Sinn eines Gewinnspiels nur die Option auf einen Gewinn zu erwerben. Dem Zuschauer wird aber suggeriert, er hätte mit Wissen eine größere Chance, wie es ja auch der Fall wäre, wenn die Frage eines gewissen Anspruchs nicht entbehren würde. Denn der Pool der Anrufer mit korrekter Lösung wäre um einiges geringer. So aber ist dies Zuschauertäuschung mit dem einzigen Sinn, ein Programm zu finanzieren, für das vermutlich noch nicht einmal genügend Werbekunden gefunden werden. Weil allein schon dieses Programm für’n Appel und’n Ei mit Laiendarstellern und minimalen Aufwand produziert wird, führt aber wohl schon die Summe all dieser Dinge noch zu einem ausreichenden Gewinn, welcher ja völlig unabhängig von Qualität regeneriert werden kann… wie man sieht.

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