Das tolle an Star Wars sind die vielen kleinen Hintergrundgeschichten, die manchmal in den Filmen angedeutet wurden um dann später in Romanen oder Comics weitergesponnen zu werden. Es gibt kaum einen Moment in den Filmen, welcher nicht auf diese Weise mit weiterem Leben erfüllt wurde. So wird manch kleines Drama der Filme erst im Nachhinein für den Fan erspürbar. Zum Beispiel jenes der hier besprochenen Figur.

Malakili, Jabbas Rancor-Hüter

Man stelle sich vor, dass man ein armes von seinem Herrchen getrenntes Tierchen findet. Man selbst hat nicht die Mittel es zu versorgen, zu hegen und zu pflegen. Man befindet sich aber in der Anstellung bei einem wohlhabenden Wesen, für den der Unterhalt eines Tierchens kein Problem darstellt. Nur leider ist dieses wohlhabende Wesen nicht von einem friedlichen Gemüt. Es willigt ein, für die Unkosten des Tieres aufzukommen, aber nur unter der Bedingung, dass man selbst für dieses sorgt damit dass Tierchen der Unterhaltung des bösartigen Vorgesetzten dient. Doch der hat kein Interesse an den lieblicheren Zügen dieses Tieres wie sich herausstellt. Man macht also gute Miene zum bösen Spiel und über die Jahre erwächst eine tiefe Bindung zum tierischen Freund. Eines Tages jedoch kommt es zur Tragödie. Der Chef hat eine Auseinandersetzung mit einem seiner Kunden und dieser nimmt es leider nicht so leichtfertig hin, wie alle anderen vor ihm, wenn er deinem tierischen Freund zum Spiel vorgeworfen wird. Letztenendes entsteht ein großes Missverständnis – klar, der tierische Freund wirkt auf Außenstehende vielleicht ein wenig bedrohlich, aber dass jemand deshalb auf die Idee käme ihn zu töten, darauf wäre nie jemand gekommen. So ist es doch gerechtfertigt, dass man bei seinem Tode seiner Trauer freien Lauf lässt und wie ein Schlosshund weint.

Dieser tragische Moment wird vom Zuschauer von Episode VI eher lustig aufgenommen, denn bei dem Tierchen handelt es sich um den Rancor, welcher von seinem Wärter, Malakili, nach seinem Tode betrauert wird. Ihre Geschichte kann man in der Kurzgeschichtensammlung Palast der dunklen Sonnen nachlesen um die Malakilis Actionfigur soll es in diesem Artikel gehen.

Ehrlich gesagt hat es mich letztes Jahr ein wenig verwundert, dass von diesem Charakter eine neue Figur erschien, war er doch Ende der neunziger in einem solchen Maße überproduziert, dass er zum Synonym für Star Wars-Figuren als Ladenhüter wurde. Für mich hätte dieses letzte Release durchaus gereicht, es handelt sich nunmal um die Figur eines dicken Mannes ohne Haare mit freiem Oberkörper. Dennoch lassen sich einige Verbesserungen gegenüber seinem Vorgänger ausmachen. Dazu gehören z.B. die vielen Gelenke die in neutraler Pose kaum auffallen. Werden die Glieder jedoch etwas bewegt, dann sind vor allem die Kniegelenke nicht mehr ganz so schön aber vor allem sind sie extrem schwergängig. Die Farbgebung ist relativ simpel. Die Teiles des nackten Oberkörpers sind in fleischfarbenem , der Unterkörper in braunem Kunststoff gegossen. Beides ist, abgesehen von den nietenbesetzen Lederbändern und Schuhen, nahezu unbemalt. Auf der Brust befindet sich ein dunkler Schmutzfleck, der auch Brustbehaarung darstellen könnte und die Hose ist mit einer sehr schwer zu erkennenden dunklen Schattierung versehen.
Dafür ist aber in Reminiszenz an seinen Vintage-Vorgänger die Lederkappe abnehmbar. Sie sitzt ebenso wie beim zuletzt besprochenen Giran gut auf dem Kopf, schränkt die Bewegung nicht ein und neigt nicht zum herunterfallen. Als Zubehör liegt noch ein stabiler, sauber bemalter Gaffi-Stock bei.

Diese Figur hat sicher einen geringen Spielwert und ist auch in der Vitrine nicht besonders auffällig. Besitzt man aber den neuesten Rancor, sollten man diesen Malakili als Zubehör seinen Vorgängern vorziehen. Ich denke allein aus diesem Grunde wurde er letztendlich auch nochmal neu aufgelegt.
Im nächsten Artikel bleibe ich weiterhin in Jabbas Palast, die Figur um die es dort gehen wird ist aber aus dem Jahr 2004.

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