Battle Pack - Shield Generator Assault

In jeder neuen Figurenreihe bringt Hasbro seit einer gewissen Weile immer wieder sogenannte Battlepacks heraus. Diese Sets enthalten meist eine gewisse Anzahl von Figuren, welche zu einem großen Teil bereits zuvor erschienen sind. Manchmal sind sie dann nur neu bemalt, haben einen neuen Kopf oder irgendein anderes neues Feature oder es ist einfach nur ein bestimmtes Zubehör beigepackt, welches der Sammler gerne besitzen möchte. Manchmal, ganz selten, ist tatsächlich eine neue Figur enthalten, welche Hasbro bereits entwickelt hat, welche aus irgendeinem Grunde aber nicht in der normalen Linie veröffentlicht werden konnte.

Das erste Battlepack in diesem Blog (natürlich nicht MEIN erstes) ist das „Shield Generator Assault“-Set von 2008, also der „Angriff auf den Schildgenerator“ womit die riesige Schüssel gemeint ist, welche vom Waldmond Endor aus einen Schutzschirm um die Baustelle des zweiten Todessterns erzeugt. Die Rebellen um Prinzessin Leia und Han Solo müssen diesen Generator zerstören um den Weg für die Rebellenflotte für einen Angriff auf den neu erbauten Todesstern freizumachen. Während dessen hat sich Luke Skywalker seinem Vater, Darth Vader gestellt und tritt auf eben diesem Todesstern vor seinem Vater. Die Rebellen versuchen sich während dessen Zutritt zum Schildgenerator zu verschaffen. Während ein Ewok mit einem Speederbike die zur Wache abgestellten Scouttrooper ablenkt dringen Sie in den Generatorraum ein  und versehen ihn mit Sprengsätzen. Der Imperator hat aber diesen Schachzug vorausgesehen und so wendet sich unversehens das Blatt ein imperialer Trupp unter Führung von Lieutenant Renz nimmt die Rebellen gefangen. Ein berüchtiger Ausspruch im englischen Original hierbei: „You Rebel Scum!“ in der deutschen Synchronisation wurde daraus ein markiges: „Das reicht, ihr dreckigen Rebellen!“ Anschließend werden unsere Helden wieder nach draußen geführt. Dort sieht man bereits die anderen Rebellen mit erhobenen Händen. Unter anderem, ohne dass im Verlauf des Filmes darauf eingegangen wurde, einen sehr prägnanten Vertreter mit blondem Bart, welcher die Rüstung eines Scoutroopers trägt. Dieser Rebell wurde mittlerweile aufgrund seines herausstechenden Merkmales, des Bartes als Nik Sant benannt. Dreimal darf man raten, welcher bekannter, irdischer Bartträger hier Namenspate war. Beim genauen Betrachten sieht man sogar, dass er kurz bevor die Rebellen den Bunker betreten, gegenüber dem letzten verbliebenen Scouttrooper, welcher Gefangen genommen wurde, seine Waffe ablegt. Man kann sich leicht vorstellen, dass er die Rüstung anzieht um so die Bunkerinsassen davon zu überzeugen, die Tür zu öffnen. Denn als die Rebellen den Bunker erstürmen, steht dort auch ein Scouttrooper scheinbar unbehelligt im Türeingang. Meine Spekulation ist weiterhin, dass diese Art des Überrumpels zu sehr an das Finale erinnert, in dem sich Han wiederum als AT-ST-Pilot ausgibt und so eine Öffnung des Tores herbeiruft, nachdem man sich vorher minutenlang im Torbogen verschanzt hat.
Während dessen versucht im Übrigen R2-D2 das Tor zu öffnen, verwechselt aber wohl einen Datenanschluss mit einer Steckdose, was er nicht ganz unbeschadet übersteht.

Aber genug zum Film, den kennen wir ja ohnehin alle. Ich schreibe dies ja auch nur um einen Bogen zu spannen, warum denn nun gerade diese vier Figuren in diesem Battlepack enthalten sind. Dies sind nämlich einmal Han Solo, der oben genannte Imperiale Offizier Lieutenant Renz, der Rebell Nik Sant in Scouttrooper-Rüstung und ein R2-D2 versehen mit Blitzen und geöffneten Werkzeugklappen. Jedes Figurendesign beruht im Grunde auf einer älteren Figur, welche ich hier immer gleich mit besprechen werde.

Han Solo

Han Solo - Kapitän des Millenium Falken

Diese Figur erschien bereits 2006 in der „Vintage The Saga Collection“ (VTSC) trug dort jedoch einen Stoff-Trenchcoat und hatte einen anderen Kopf. Diese Figur besitze ich zwar auch, habe sie jedoch aufgrund der aufwändigen Verpackung bisher nicht ausgepackt. Die Figur ist super-gelenkig, inklusive Bauchgelenk. Dieses wird ein wenig durch die Weste, welche die Figur trägt eingeschränkt. Diese Weste ist jedoch abnehmbar – sicherlich ein fauler Kompromiss, mir aber wesentlich lieber, als eine Stoffweste. Außerdem trägt diese Figur ein Waffenholster, welches als einzelnes Teil angefertigt wurde und mittels Kleber an der Figur befestigt ist. Es wirkt ein wenig groß und steht auch übermäßig ab, hier hat man schon bessere Lösungen sehen können. Der dazugehörige Blaster ist klein und fein, jedoch im Gegensatz zur VTSC-Version, welche eine silberne Mündingspartie hatte, nicht bemalt. Die Figur ist alles im allem sehr solide umgesetzt und macht in diesem Set durchaus Sinn. Wenn man sich auch als Fan vielleicht mehr Trooper oder Rebellen wünscht, braucht ein Kind, als Anreiz eben immer einen Hauptcharakter. Das einzig andere Bindeglied zu diesem Set wäre eine Leia-Figur gewesen aber … das ist ja’n Mädchen.

Imperial Officer

Imperialer Offizier - Lieutenant Renz

Kommen wir zur nächsten Figur, dem Imperialen Offizier Lieutenant Renz. Auch dieser besteht bis auf dem Kopf aus einer bereits erschienen Figur aus dem Jahr 2006. Interessanterweise ist dies sein Vorgesetzter auf dem Todesstern, Moff Jerjerrod. Das ist das Gute bei Uniformen, in der Regel unterscheidet sich nur der Kopf der Charaktere. Dennoch ist nicht auf dem ersten Blick zu erkennen, dass die Figuren gleichen Ursprungs sind. Während nämlich die Uniform Jerjerrods noch grau war, ist diejenige von Renz schwarz. Auch habe ich den Eindruck, dass die Beinstellung bei diese Figur leicht angepasst wurde und nicht mehr ganz so weit ausfällt. Dies mag aber auch eine produktionsbedingte Abweichung sein. Da bereits der Moff bei seinem Erscheinen nicht dem üblichen Standard entsprach hat auch Lieutenant nur sehr wenige und dann auch nur eingeschränkte Gelenke.  So entspricht sie bis auf die Ellenbogen- und Handgelenke weitestgehend dem Standard, welchem bis ca. 2001 alle Actionfiguren entsprachen. Und selbst die Ellenbogen sind nur als schräg geschnittene Drehgelenke ausgeführt. Dadurch dass Imperiale aber ohnehin nur als Kanonenfutter dienen, kann man darüber aber evtl. hinwegsehen. Eine weitaus bessere Offiziersfigur erschien erst später mit dem auch hier besprochenen Captain Needa. Vielleicht sehen wir recht bald auch eine schwarze Uniform mit diesem Funktionsumfang.

Rebel Trooper (in Biker Scout disguise)

Getarnter Rebellensoldat - Nik Sant

Und noch eine Figur, bei der nur der Kopf neu ist. Ihren Vorgänger habe ich sogar vor einiger Zeit schon hier im Blog besprochen und möchte für eine detaillierte Besprechung hier noch einmal auf den Artikel hinweisen. Der Kopf stellt den Rebellen Nik Sant dar, welcher von Fans schon seit längerem gefordert wird. Dadurch, dass man ihn in seiner Verkleidung darstellt ist Hasbro der Kniff gelungen, einen beehrten Charakter herauszubringen, ohne all zu hohe Kosten für einen neuen Körper zu haben. Neben dem Kopf ist auch der abnehmbare Helm neu, welcher sehr fest auf dem Kopf sitzt. Beim Abnehmen kann es gut vorkommen, dass man statt des Helmes gleich den ganzen Kopf samt demselben in den Händen hält. Ist der Helm erst einmal aufgesetzt, ist er also nur mit großer Vorsicht vom Kopf zu lösen. Durch seine Funktion ist der Helm übrigens etwas breiter, als bei der Vorgängerfigur. Außerdem ist der komplette Scout im ganzen etwas schlichter bemalt. So fehlen die farblichen Akzente am Kummerbund und am Ausrüstungsgürtel, die Gebrauchsspuren an den Stiefeln und kleinere Details am Helm.

R2-D2

R2-D2 - Mit Überspannungsschaden

Die vierte Figur in diesem Battlepack ist R2-D2. Bei dieser Figur ist es am schwierigsten für einen Sammler zu erklären, warum man sie sich zulegt. Es gibt sie schon seit 2004 als sie in der „Vintage Original Trilogy Collection“ erschien. 2005 kam sie dann noch einmal nur zugeklebten Werkzeugfach im Early-Bird-Kit heraus und ist seit dem in dieser Form Basis für viele Variationen welche sich nur in sehr sehr feinen Details der Bemalung unterscheiden. Ich besitze von dieser Figur alleine schon sechs Varianten… erklärt das mal euren Freunden. Diesem Droiden liegt ein Blitz-Accessoire bei – auch das gab es schon, wie ich in einem anderen Artikel zu einem Vorgänger dieser Figur bereits beschrieb. Diese Blitze stellen das oben beschriebene Steckdosen-Malheur dar. In die Blitze sind zahlreiche offene Klappen und Werkzeuge des kleinen Droiden eingearbeitet. Viel mehr kann man eigentlich nicht mehr zu dieser Figur schreiben. Leider hat man hier noch den stark reflektierenden, Chrom-Kopf verwendet, statt des silbermatten Anstrichs der „Jawa Capture“-Variante von 2009.

Sollte man sich dieses Set also nun zulegen oder kann man diesen Aufguss vier bekannter Figuren auch auslassen? Für mich waren sowohl der Rebellen-Scout, als auch der imperiale Offizier weit genug überarbeitet um als eigenständige Figur zu gelten. Außerdem bekam ich einen Han Solo dazu, welchen ich bisher nur in eingepackter Form in meiner Sammlung hatte. Für mich waren also ausreichend Gründe dabei um zuzuschlagen. Wenn man dieser Argumentation folgen kann, hat man sicher kein Problem hier zuzuschlagen. Will man seine Truppen für Dioramen aufstocken ist man sicher auch nicht abgeneigt. Will man aber gerne vollständig neue und unterschiedliche Figuren sammeln, so ist man mit diesem Set schlecht beraten. Vielleicht sollte man sich ein anderes Battlepack zulegen. Welches? Nun, warten wir den nächsten Artikel an dieser Stelle ab.

Abschließend noch ein paar Fotos zu denen die Bezeichnung „Serviervorschlag“ oder „Some Figures are sold seperately“ vielleicht ganz gut passen. Einfach ein paar Spielszenen mit anderen Figuren:

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