Ich habe es schon angedeutet, dass ich eine kleine Sammelleidenschaft habe. Wobei „klein“ ganz klar im Auge des Betrachters liegt. 1998 habe ich damit begonnen, Star Wars Actionfiguren zu horten sammeln.
Meiner Erkenntnis nach eigentlich viel zu spät für jemanden meines Alters. Der normale Sammler hat zu der Zeit – ein Jahr vor dem Erscheinen von Episode I und ganz kurz vor dem beginnenden neuen Hype – eher seine eingemotteten Schätze wieder aus dem Keller hervorgeholt. Ich war nie im Besitz solcher Schätze.
Ich ging 1998 meiner Wehrpflicht nach und hatte mich auf der Suche nach etwas Zerstreuung kurz zuvor in einer Buchhandlung mit einem dicken Schmöker versorgt. Star Wars – Palast der dunkeln Sonnen von Kevin J. Anderson. Klar war ich zuvor schon Fan, nur beschränkte sich dies auf die TV-Wiederholungen. Dazu vielleicht später mal. Jedenfalls hatte ich irgendwann während dieser Zeit das Buch zu Ende gelesen und mein Bedarf nach Zerstreuung weiterhin vohanden. Also mußte ein weiteres Buch her. Und weil mir das Erste so gut gefiel hieß der nächste Band dann Sturm über Tatooine – ebenfalls von Anderson. So ging das dann weiter. Damals ging die Wehrpflicht zehn Monate lang und man hat nach Dienstschluss eine Menge Zeit – nicht nur für Bücher. An einem Abend ging ich mit Kameraden einkaufen und bemerkte das erste Mal seit meiner Jugend wieder diese Actionfiguren. Aus welchen, nun gar nicht mehr nachvollziehbaren Gründen auch immer, habe ich mir zwei gekauft. Mehr aufgrund ihres skurrilen Aussehens und weil zumindest eine der beiden in der erstgenannten Geschichtensammlung enthalten war.
So wurde ich stolzer Besitzer von Momaw Nadon und Bossk dem Kopfgeldjäger.

Momaw Nadoon und Bossk

Momaw Nadon und Bossk


Momaw Nadon
Bis Anfang der 90er war der Charakter dazu schlicht als Hammerhead bekannt, was eigentlich auch schon das Meiste zu seinem Aussehen aussagt. Soweit mir bekannt, waren für den Film damals nur die Hände und ein Puppenkopf hergestellt worden. Fotos davon sehen ziemlich unspektakulär aus. Kenner hat sich also als Hersteller den kompletten Körper selbst ausdenken können und wie ich finde eine sehr schöne Arbeit gemacht. Unter der abnehmbaren Weste kann man sogar noch ein bauchfreies Kapuzenshirt erkennen. Die Figur sieht nicht all zu sehr nach dem Standardprogramm aus und fällt aufgrund ihrer Fremdartigkeit nicht durch übertriebene Muskelberge auf, wie es damals bei Actionfiguren aller Serien üblich war. Was sofort ins Auge sticht ist die enthaltene doppelläufige Flinte. Im Verhältnis zu den heutigen Figuren ist das schon fast ein Geschützstand. Wenn man berücksichtigt, dass die Hintergrundgeschichte des Charakters inzwischen davon ausgeht, dass die Ithorianer, wie die Hammerköpfe nun genannt werden eine außerordentlich pazifistische Spezies darstellen, fragt man sich, wie Kumpel Momaw an dieses Gerät gekommen ist.

Details:

Die Figur wurde 1996 aus relativ festem Kunststoff hergestellt. Sie hat sechs Gelenke, wobei ein all zu ausdauerndes Betätigen der Beine evtl. zum Ausleiern des Kleidungsstücks führen könnte und damit zu vermeiden wäre. Eine Hand der Figur ist zum Greifen der Waffe modelliert, die andere stellt eine einfache Geste dar, wobei jeder Finger einzeln ausgeführt ist. Mir gefällt diese leicht schräge Handhaltung.
Die Bemalung ist zwar spartanisch aber ausreichend. Das abnehmbare Kleidungsstück wurde im Innenteil mit einem dunkleren rotbraun abgesetzt. Gleiches gilt für den Gürtel, der darunter getragen wird. Oberkörper und Weste sind in roten Kunststoff modelliert. Der Rest des Körpers in braunem Kunststoff, auf dem leichte Airbrush-Schattierungen aufgetragen wurden.

Die Originalbezeichnung der Figur lautet: Momaw Nadon „Hammerhead“  – With Double-Barreled Blaster Riffle

Alterserscheinungen:
Nun ist er schon fast elf Jahre alt, da fragt man sich, wie die Zeit an dieser Figur vorüber gegangen ist. Ich bin ja ein Sammler, der weniger Wert auf eine perfekt verpackte Figur legt. Das meiste steht bei mir offen im Regal und erst seit neuestem auch in Vitrinen. Dennoch zeigt diese Figur zeigt so gut wie keine Abnutzung. Eine leichte Fehlstellung der Beine war schon von Anfang an zu beobachten. Aufgrund des schweren Oberköpers, der großen Flinte und eines zeitweise befestigten Standsockels hat sich diese etwas verstärkt. Mittlerweile greife ich auf ein durchsichtiges Gummiband zurück, wie man auch auf den Fotos sieht. Mit diesem ich versuche auf orthopädischem Wege eine Rückbildung dieses Defekts zu erzielen. In der Vitrine fällts kaum auf. Ähnlich verformt ist allmählich auch die Waffe, wobei sich der obere Lauf der Schwerkraft entsprechend auf den unteren zubewegt hat.

Zusätzliches:

Von dieser Figur ist 2002 noch einmal eine Neuauflage mit einem Stück Bartresen erschienen. Diese Figur besitze ich nicht. Sie macht aber im Vergleich einen ziemlich schlichten Eindruck, obwohl sie einen geänderten, scheinbar etwas schlankeren Oberkörper hat. Die restlichen Teile wurden von der hier beschriebenen Figur übernommen.

Momaw Nadoon FrontansichtMomaw Nadoon von rechtsMomaw Nadoon von links

Bossk
Bossk ist einer der Kopfgeldjäger, welche Darth Vader in „Das Imperium schlägt zurück“ anheuert um den Millennium Falken aufzuspüren. Im Film bewegt er seine Zehen und evtl. grunzt er auch einmal kurz, das könnte ich jetzt nicht mit Gewissheit sagen. Eigentlich ist der Charakter nicht sonderlich spektakulär, wenn man sich aber vorstellt, wie die anderen damals erhältlichen Figuren aussahen, dann sticht er mit seinen Details in Farbgebung und Modellierung förmlich heraus. Dies war vermutlich auch der Kaufanreiz für mich und nicht umsonst wird er nun auch jeden Artikel auf diesen Seiten mit seinen Konterfei einleiten. Besonders schön ist der zu klein geratene Fliegeroverall, welcher ohne Stiefel getragen wird. Hier ist sogar auf den Schultern ein Emblem unbekannter Herkunft zu erkennen. Natürlich gibt es heutzutage wesentlich bessere Pilotenanzüge an den aktuellen Figuren, aber irgendwie gefällt mir die Figur noch immer. Enthalten sind zwei typische stark übertriebene Waffen in schlichtem grauen Plastik.

Details:

Bossk schien schon 1997 nicht viel von Fitnessstudios gehalten zu haben. Neben den zeitgleich erschienenen Figuren sieht er nahezu schmächtig aus. Sein Gewehr trägt er modebewusst an einem stabilen Riemen über die Schulter. Seine kleinen, drei fingrigen Hände haben derweil leichte Probleme, die armlange Pistole zu tragen. Naja, eigentlich ist es nur eine Hand, seine Linke verfügt über eine geöffnete Stellung und ist damit nicht zum Tragen von Zubehör geeignet. Besonders hervorzuheben sind noch die kleinen Zähne, welche alle einzeln bemalt sind und die zweifarbig bemalten Augen.

Die Originalbezeichnung der Figur lautet Bossk with Blaster Rifle and Pistol

Alterserscheinungen:

Auch mit dieser Figur war die Zeit recht gnädig. So ist nur am Zubehör ein leichter Verschleiß zu erkennen. Die Pistole macht auf mich einen vergilbten Eindruck, wenn ich sie mit dem Gewehr vergleiche. Beide Teile sind scheinbar aus unterschiedlichem Plastik hergestellt. Das Gewehr erscheint mir oberflächlich aufgeweicht zu sein und fühlt sich leicht gummiartig an.

Zusätzliches:

2003 gab es bei Toys R US ein Ultimate Bounty Multi Pack, in welchem diese Figur noch einmal enthalten war. Diese liegt bei mir im Keller, mal sehen wie die in elf Jahren aussieht.

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Nachtrag 24.06.09:
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2 Kommentare zu Sammelei – Meine ersten Figuren

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