Coleman Trebor - Battle of Geonosis

Die besten Charakterdesigns in Episode II sieht man neben den Kaminoanern und natürlich Dexter Jetster im großen Kampf in der Arena auf Geonosis. Pablo Jill war dafür ein gutes Beispiel ist im endgültigen Film jedoch schwer auszumachen. Anders verhält es sich da schon mit dem Charakter, den ich in meiner heutigen Figurenbesprechung zum Thema habe. Es handelt sich um den Vurk Jedi Coleman Trebor, welcher von Jango Fett relativ flott aber in großer Szene von der Brüstung des Arena-Balkons geschossen wurde.

Diese Figur hat bei mir als wirklich ausgefallenes Alien, welches zudem ein wenig größer als Standardfiguren ist,  natürlich sofort viele Sympathiepunkte auf der Haben-Seite. Dennoch finden sich auch einige Merkwürdigkeiten im Figurendesign, die den Figurensammler in mir vielleicht doch  nicht sofort jubeln lassen. Fangen wir aber mit dem Positiven an:

Was sofort beim ersten Betrachten auffällt ist die super detaillierte Modellierung der ganzen Figur, welche 2003 erschien. Ich glaube es gibt selten Jedi-Figuren in deren Tunika so viele Falten und Stoffstruktur eingearbeitet wurden. Diese unterstreichen hervorragend die sehr dynamische Grundpose der Figur und bieten außerdem die Gelegenheit, Gelenke zu verstecken. Diese Detailtreue wurde konsequent auch auf den Rest der Figur übertragen, fällt aber noch einmal besonders am Kopf auf. Die Unterseite des „Kamms“ am Hinterkopf weist viele interessante Vertiefungen auf und der Hals hat ein feines, reptilienartiges Design. Schön ist auch bei dieser Figur wieder einmal, dass eine der drei fingrigen Hände nicht als Greifhand ausgeformt wurde, sondern weit geöffnet dargestellt wird. Hier läßt sich in verschiedenen Posen vom Machtstoß bis zur Balancehaltung im Lichtschwertkampf viel hinein interpretieren.

Als Zubehör liegt dieser Figur ein Lichtschwert mit grüner und zudem abnehmbarer Klinge sowie eine Grundplatte bei. Diese Grundplatte stellt, wie bei Aayla Secura und Barriss Offee aus dem gleichen Jahr, den Arenaboden auf Genosis dar und hat auch hier wieder einen zerstörten Kampfdroiden als Designelement eingebunden. Auch an dieser Grundplatte sind wieder Vorrichtungen  angebracht um sie mit anderen Platten zu verbinden. Die Figur steht zwar auf ihren großen Füßen relativ sicher, die Platte ist aber dennoch als dekorative Standhilfe sehr willkommen.

So müssen wir nun wohl auch zu den negativen Aspekten der Figur kommen. Sie sind nicht gravierend aber dennoch hat man das Gefühl, dass die Designabteilung von Hasbro hier versucht hat eine tolle Figur zu gestalten und als es dann zur Kalkulation der Fertigung kam wurden willkürlich Features aus dem Design herausgestrichen. Wie ist es sonst zu erklären, dass die Figur mit 15 Gelenken (Ich zähle Doppeldrehgelenke/Kugelgelenke immer doppelt, weil sie je zwei Drehachsen haben) zwar für ihre Zeit sehr gut ausgestattet ist, diese aber vollkommen asymmetrisch über den Körper verteilt sind. Neben den beiden Standarddrehgelenken am Hals und in der Taille haben wir nämlich noch zwei Doppeldrehgelenke in den Schultern. Dann jedoch finden sich am linken Arm je ein Drehgelenk an der Hand und eines am Ellenbogen. Am rechten Arm gibt es jedoch nur das Drehgelenk an der Hand. Ähnlich kurios ist es mit den Beinen. Dort haben wir rechts und links in den Hüften jeweils ein Drehgelenk. Jedoch nur im linken Knie ein Doppeldrehgelenk. Auf der rechten Seite fehlt dieses. Dafür jedoch gibt es ein Doppeldrehgelenk am Fuß. Ich kann mir nicht erklären, was dies für einen Sinn macht. Obendrein ist die Beinhaltung sehr stark vorgegeben. Coleman Trebor kann nämlich wie viele Figuren der Zeit nur in einer sehr weiten Action-orientierten Beinhaltung aufgebaut werden.
Schaut man sich die Figur dann noch etwas genauer an, so fällt auf, dass die Extremitäten der linken Körperseite beide ein wenig länger aussehen. Dies fällt vor allem an den Beinen aber durchaus auch ein wenig an den Armen auf.

Ähnlich halbherzig ist die Bemalung gelöst. So weiß der Kopf mit seinen teils sehr hellen Schattierungen, die der modellierten Struktur Tiefe verleihen durchaus zu überzeugen. Der Rest des Körpers ist jedoch maximal einfarbig bemalt. Hier gereicht es zum Vorteil, dass die Tunika so detailreich modelliert wurde, dass der natürliche Schattenwurf über fehlende Bemalung hinwegtäuscht. Aber schon an den Beinen reicht dies nicht mehr. Die beige Hose und die einfarbig braunen Stiefel sehen einfach nur langweilig aus.

Auch die Grundplatte hätte um einiges schöner sein können. Zuerst einmal fällt auf, dass die Farbe des Kunststoffes nicht zu den anderen Grundplatten der selben Serie passen. Eine Kombination mit den anderen Figuren ist also von vornherein unstimmig. Neben einer brauen Schattierung wurde außerdem im Bereich des Torsos des Kampfdroiden noch ein schwarzer Fleck aufgesprüht. Dieses wirkt jedoch sehr lustlos. Teilweise ist der Arenaboden ebenfalls schwarz  teilweise haben aber noch immer Teile der so behandelten Kabelstränge des Droiden die Farbe des Arenabodens.

Wie ist also mein Fazit? Nun, wie schon angesprochen, gefällt mir das Design dieses ausgefallenen Aliens schon so außerordentlich, dass man bei der Figur schon größere Fehler hätte machen müssen, dass ich sie absolut verschmähen müßte. So habe ich aber lange darauf gewartet, sie endlich irgendwo zu einem guten Preis bekommen zu können und bin froh, sie endlich zu besitzen. Dem Design ist es auch zu schulden, dass viele Schwächen, wie die merkwürdigen Gelenke und die etwas eintönige Farbgebung erst sehr spät ins Gewicht fallen. Für einen Sammler ist gehört diese Figur sicher zum Pflichtprogramm, es sei denn, ihre Neuauflage verfügt nicht über die Schwächen dieser Figur. Da die Figur Standfest ist und eine solide Konstruktion aufweist ist sie durchaus auch zum Spiel für Kinder geeignet. Man sollte jedoch, wie immer bei abnehmbaren Klingen, vorsichtig mit dem Lichtschwert sein, es neigt zum Brechen. Gegen eine Verwendung für Kinder spricht in meinen Augen der Sammlerpreis, den man heutzutage für diese Figur zu zahlen hat.

Abschließend noch der Ausblick auf den nächsten Artikel in dieser Kategorie, welcher wenig überraschend ausfällt. Ich werde ein weiteres Alien aus dem Arena-Kampf besprechen. Jedoch wird es sich diesmal um eine relativ aktuelle Figur handeln. Zumindest im Hinblick auf meine letzten Figurenbesprechungen.

Modellierung:★★★★☆ 
Bemalung:★★☆☆☆ 
Artikulation:★★★☆☆ 
Zubehör:★★★½☆ 
Gesamt:★★★¼☆ 3.25/5 

Ein Kommentar zu Der große Nasemann

  • Durchde sagt:

    Cooles und vor allem ausführliches Review. Auch wenn mir die Figur nicht so dolle gefällt, spürt in jeder Zeile man das Du mit viel liebe bei der Sache bist. Weiter so!

    Gruß Durchde

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