Bei dem Charakter der heutigen Figur hatte ich mir damals zum Erscheinen von Episode II eigentlich mehr erwartet. Immerhin gab es zu ihm bereits eine Sneak Peak-Figur, die wirklich vielversprechend war. Letztendlich hatte Zam Wessel im Film aber nur eine Rolle, die aus kaum mehr, als Rumstehen, Weglaufen und Totgehen bestand. Das ist wirklich schade aber auch in meinen Augen eines der Hauptprobleme der Nebenfiguren der Prequel-Trilogie. Denn für weitaus mehr sind sie alle nicht gemacht. Sie überleben kaum einen Film wurden aber im Vorfeld riesig aufgeblasen. Denkt doch nur mal an Darth Maul, Qui-Gon Jinn, Griveous, Jar Jar … ach nein, schlechtes Beispiel. Gut, aber heute soll es um Zam Wessel gehen, der ruchlosen Kopfgeldjägerin, die von Jango Fett angeheuert wird, Königin Amidala zu ermorden, weil er das vermutlich aus terminlichen Gründen nicht schaffte und … naja, erst später im Film sterben sollte.

Die erste Figur zu Zam Wessel erschien, wie bereits genannt, Anfang 2002 als Schlusslicht der Power of the Jedi-Reihe. Diese Figur zeigte den Charakter mit verhülltem Gesicht, in dezenter Pose mit überschaubarer Artikulation. Jedoch war sie insgesamt eine recht ansehnliche Figur, die gerade durch den Schleier etwas Geheimnisvolles in sich barg. Später im Jahr, als Episode II mit der Saga-Reihe seine eigenen Figuren bekam, gab es dann noch einmal eine Zam und im die geht es in dieser Figurenbesprechung. Diesmal lag das Augenmerk auf Action Features und Artikulation. Für Ersteres war die Reihe damals bekannt und man hat wirklich eine Menge in diese Figur gepackt um möglichst viel Action an dieses kleine Spielzeug zu bringen. Am auffälligsten ist hier das zweite Gesicht der Clawdite. Mich hatte schon immer interessiert, wie das Feature der Alienmaske an dieser Figur funktioniert. Lange konnte ich kein günstiges Exemplar ergattern, bis ich dann im letzten Jahr fündig wurde. Diese Alienmaske wird am Hals vor den eigentlichen Kopf geklemmt und bis auf einen kleinen Spalt im Nacken funktioniert dies prima. Alle Nahtstellen zum Rest der Figur werden durch angrenzende Kleidung, wie dem Hemd und der Mütze kaschiert. Um die Proportionen des Kopfes mit Maske zu wahren ist das menschliche Antlitz etwas kleiner geraten, aber ich denke, man hat hier einen guten Kompromiss gefunden. Zusätzlich gibt es ein Quick-Draw-Feature im rechten Arm, welches von Hand gespannt und über einen wirklich dezenten kleinen Schieber im Rücken ausgelöst wird. Hiermit ist es möglich, den Waffenarm in eine ruckartige Bewegung zu versetzen. Und letztendlich finden wir am gleichen Arm auch noch einen Magneten, der es erlaubt den Unterarm vom Oberarm leicht zu trennen um Zams Verletzung durch Obi-Wan darstellen zu können. Die Bemalung der Figur ist detailliert und wartet mit einigen Schattierungen auf, welche durch die ebenfalls sehr detailreiche Modellierung noch unterstützt werden. Im menschlichen Gesicht der Figur ist sie aber meines Erachtens nach etwas püppchenhaft geraten und wird dem Charakter nicht gerecht. Insbesondere die grellen Farben an Augen und Mund fallen unschön auf. Außerdem ist der Ausdruck der Figur sehr freundlich und wird der filmischen Vorlagen in keiner Weise gerecht.

Die Artikulation der Figur ist ausgesprochen unterschiedlich zu bewerten. Schaut man sich den Oberkörper an, finden wir neben dem Drehgelenk am Hals in der linken Schulter ein für die damalige Zeit seltenes Drehgelenk mit zwei Drehachsen (die rechte Schulter ist aufgrund des Action Features nur gering artikuliert, wenn man dies überhaupt so bezeichnen darf). Wenn man den Magneten mitzählt haben auch beide Unterarme ein einfaches Drehgelenk, die ihre Zweck gut erfüllen. Ab der Taille wird es aber problematisch. Die Armaturen am Bauch der Figur sind nämlich am unteren Teil des Körper befestigt, haben aber auf der Rückseite einen Pin, der im Bauch gehalten wird. Dreht man nun den Oberkörper kommt ein riesiger, unschöner „Bauchnabel“ zum Vorschein. Auch die Beinartikulation erachte ich als problematisch. Und damit meine ich nicht unbedingt die hässlichen Kniegelenke, die zum Glück an den neueren Figuren dieser Tage nicht mehr festzustellen sind. Vielmehr hat auch Zam, wie viele Figuren der damaligen Zeit eine weite, dramatische Beinstellung, die mit den Gelenken der damaligen Zeit nicht vereinbar ist. Sie wurden vermutlich eingefügt, weil in der gleichen Reihe auch Zams Speeder erschien, in den die Figur ja passen sollte. Anders kann ich mir einfach nicht erklären, warum die Füße so entrückt unter den Beinen stehen. So funktioniert die Figur mit keinen der üblichen Figuren-Stands und die Gelenke führen zu kaum einer weiteren richtigen, annehmbaren Pose. Da helfen auch die Drehgelenke an den Unterschenkeln nicht weiter Auf der anderen Seite wiederum ist die Panzerschürze, die von der Figur getragen wird so modelliert, dass die Beine größtmögliches Spiel trotz des starren Plastikteils haben. Auf der rechten Seite ist z.B. die Beinfreiheit nach vorn durch das Waffenholster für die beigelegte Pistole eingeschränkt. Nach hinten hat das Bein aber ausreichend Platz für eine kniende Pose, weil die Schürze in einer dynamischen Welle modelliert ist.

Zam Wessel in dieser Version weist für die damalige Zeit sicher eine Menge Innovationen auf ist aber aufgrund dieser Experimente nicht die perfekte Figur, die man nach heutigen Maßstäben erwarten könnte. Sie ist also eine Figur, die mit ihrem hohen Spielwert noch immer gut fürs Kinderzimmer geeignet ist, den Sammler aber nur bedingt zufrieden stellt. Der sollte evtl. zur Figur aus der Power of the Jedi-Reihe greifen oder aber sich die Neuauflage aus der Vintage Collection schnappen. Diese habe ich mir bisher noch nicht angesehen, ich verspreche mir aber viel von ihr.

Für die nächste Figurenbesprechung möchte ich meine vorgeplante Reihenfolge zu Gunsten einer aktuelleren Figur auf Leserwunsch unterbrechen. Der Ausblick lautet damit wie folgt: Wir treffen uns zur Zeit der Klonkriege auf dem Planten Khorm wieder. (Ich versuche mich zu beeilen.)

Modellierung:★★★½☆ 
Bemalung:★★★☆☆ 
Artikulation:★★★☆☆ 
Zubehör:★★¾☆☆ 
Gesamt:★★★☆☆ 3/5 

Eine Antwort auf Sie ist ein Wechselding

  • LostBoy sagt:

    Wieder eine sehr schöne, aber auch zynische, Beschreibung. Ich mag die Art wie du (be-)schreibst. Ich stimme dir zu, ich werde mein Augenmerk auch auf die TVC Zam werfen da ich beabsichtige die Figur nur einmal zu kaufen und deshalb keine Experimente wagen werde.

    Ich freue mich schon auf Khorm und die kommende Beschreibung…..

Kommentar verfassen

Seitenarchiv
Tag-Cloud