Ich bin kein guter Fotograf. Das heißt nicht, dass ich nicht gerne fotografiere oder dass ich keine vernünftigen Bilder hinbekomme, das heißt nur, dass ich immer verdammt lange brauche, ein Bild herzustellen und dass ich dabei Unmengen an Ausschuss produziere.
Vergangenen Sommer habe ich für die Rebel Con 2012 Spielzeugfiguren-Comics fotografiert und bin dafür mit einem großen Wüsten-Set in den Garten meiner Eltern gezogen um schöne Blendeffekte und tolle Schlagschatten abzulichten. Das Ergebnis war gerade mal ein wolkenfreier Tag, an dem ich zu viel an Kamera und Setting herumgestellt habe und wenig produktiv erarbeiten konnte, im Verhältnis zu vielen wolkigen Tagen, an denen ich größenteils darauf wartete, dass die gottverdammten Cumulus die Sonne freigaben.
Nun, mit der so erarbeiten Kompetenz wollte ich mich in diesem Jahr daran machen, eine schwach ausgeleuchtete Bergbauszene mit buntem Lichteffekt zu fotografieren… wer keine Herausforderungen hat, der macht sich welche und davon soll dieser Blogbeitrag handeln.

Heute geht es um

  • die darstellenden Figuren
  • die Perspektive
  • Beleuchtung und Kameraeinstellungen

Vorweg aber: Falls hier Fotografen mitlesen: Weitergehen, weitergehen! Hier gibt es nichts zu sehen!

 

Die darstellenden Figuren

Der Entwurf für einen Flyer im Hochformat

Wenn wir uns an dieser Stelle nochmal meine Entwurfsskizze vom Anfang der Arbeiten in Erinnerung rufen, dann fällt ein entscheidender Unterschied zum endgültigen Motiv auf. Anfangs war nämlich geplant, die Bergbauszene nur mit nur zwei Troopern darzustellen. Während ich aber immer mal wieder meine ersten Testaufnahmen machte, realisierte ich, dass ich mit zwei Troopern nicht genau zeigen kann, was wir eigentlich mit dem Bild bezwecken.

 

 

 

In mein Basteltagebuch auf dessen Einband Durchdes Mailadresse stand, schrieb ich damals:

Bevor ich dann die Kopflampen fertig mache muss ich nun unbedingt den kompletten Aufbau der Szene noch einmal in einer „Generalprobe“ durchexzerzieren. Auch im Hinblick darauf, ob nicht vielleicht ein paar Jawas, Ugnaughts oder andere „Kleindarsteller“ noch ein wenig Leben in die Geschichte bringen können. Möglicherweise sogar ein dritter Trooper. Ich bin nämlich am überlegen, ob nicht eine oder mehrere Figuren, die bereits auf die Entdeckung reagieren die Bildaussage etwas verbessern könnten. Möglicherweise sogar in dem die ganze Szenerie am Rechner gespiegelt wird.
So ist’s gemeint:
Momentan entdeckt einer der Trooper „plötzlich“ das Leben hinter dem Bergwerk und der andere schaut von seiner Arbeit, die ich auch darstellen möchte, auf. Er befindet sich aber in der Arbeitssituation und kann nicht reagieren. Ein weiterer Akteur könnte aber bereits überrascht – evtl. mit erhobenen Armen, fallengelassener Arbeit, etc. auf die Entdeckung reagieren und dem Betrachter darstellen, dass der beleuchtet Spalt für die beiden Bergbautrooper nicht den Alltag darstellt.
Spiegel ich das Bild könnte ich der gewohnten Leserichtung entsprechen, was aber evtl. nicht erforderlich ist. Denn rechts finde ich den Spalt schöner, weil ich ihn für die zweite Szene wiederum auf der linken Seite schöner finde, weil er da wieder der Leserichtung von links nach rechts entspricht.

Aus den genannten Kleindarstellern wurden dann die Jawas und der Power-Droide. Ich habe aber auch mit anderen Figuren experimentiert, wie ihr unten in der Galerie sehen könnt. Ursprünglich hatte ich z.B. vor, den neuen GNK-Droiden aus einem der Vintage-Dreierpacks in den Hintergrund zu setzen, dann fiel mir jedoch auf, dass das Bild überhaupt keine richtige Vintage-Figur aus den ersten Serien enthält und ich bin auf  Power-Droiden von 1979 umgeschwenkt, der sich außerordentlich gut in dem Bild macht.
Bei den Jawas habe ich übrigens auch ein wenig gemogelt. Ich habe nämlich deren leuchtenden Augen digital mit etwas mehr Strahlkraft versehen. Besser erkennen kann man dies in einem kleinen, wackeligen Video vom Set, welches ich gemacht hatte, nachdem ich mit allen Fotoaufnahmen fertig war.

 

Die Perspektive
Ich hatte zu Anfang richtige Probleme ein passendes Licht ins Bild zu bringen und vernünftige Fotos vom kompletten Set zu erstellen (dazu gleich mehr). Aus diesem Grund habe ich auch ein paar alternative Perspektiven angeboten, die etwas dynamischer wirkten und damit dieses Manko hätten ausgleichen können. Hierbei standen die Figuren dann enger zusammen oder ich habe ein wenig von oben in die Szene fotografiert.
Letztendlich war es aber der Wunsch, auf die ursprüngliche fast zweidimensionale Ansicht zurückzukommen. Ich mußte mich also zusammennehmen und mich noch einmal mit den Kamera-Einstellungen und der Beleuchtung auseinandersetzen. Ich erinnere mich da an einen sehr frustrierten Abend. Im Nachhinein bin ich aber froh, die Mühe nochmal in Kauf genommen zu haben.

Beleuchtung und Kameraeinstellungen

1-IMG_1876

Meine beiden Fotolampen

Ich hatte nämlich mittlerweile ein paar Fotolampen besorgt, um dem Lichtproblem aus dem Vorjahr entgegenzuwirken und auch im geschlossenen Raum fotografieren zu können. Mit diesen Lampen und einem entfesselten Blitz ist es mir tatsächlich gelungen, ein wunderbare Tageslichtatmosphäre zu erzeugen. Das Problem war nur, dass in solch einem Licht meine Unter-Tage-Szenerie gar nicht funktionierte und vor allem fraß mir das grelle Umgebungslicht den ganzen Leuchteffekt im Felsspalt auf. – Kurz: Fehlinvestition.
Ich habe also meine Lampenschirme komplett von der Szene weggedreht und eher auf den Boden ausgerichtet. So wurde das Licht vom Boden ins Bild gespiegelt und ließ den Bildhintergrund im Dunkeln. Letztendlich habe ich dann mit einer großen Blende und langer Belichtungszeit herumprobiert, bis ich zum gewünschten Ergebnis kam. In einigen meiner Testaufnahmen konnte man jede einzelne LED im Spalt sehen, in wieder anderen waren extreme Lichtstrahlen zu sehen, welche die Augen von J. J. Abrahms hätten feucht werden lassen.
Ich habe sogar meine Szene mit einer Taschenlampe angestrahlt, was schöne Schatten an die Rückwand der Höhle gezaubert hat, aber irgendwie den Fokus des Motives änderte.

Das Motiv wurde letztendlich mit einer Brennweite von 24 mm, 20 Sek. Belichtung  und einer Blende F/20 aufgenommen.

In der Hoffnung, dass es beim nächsten Mal nicht wieder so lange dauert, bis ich einen Artikel fertig habe, verabschiede ich mich heute mit einer langen Reihe von verschiedenen Testaufnahmen mit Kommentaren. Im nächsten Artikel beginne ich dann mit dem Bau des zweiten Motives.

2 Antworten auf Ins rechte Licht

  • Durchde sagt:

    Wieder einmal ein sehr geiler Bericht aus der Feder des wohl größten Star Wars Action Figuren Nerds Deutschlands ! Das Video ist der Kracher und macht besonders deutliche welche Arbeit Du in dieses Projekt hast einfließen lassen.

    Gruß Durchde

    P.S den Flyer ist bis dato überall eingeschlagen wie eine Bombe!!!!

  • Pingback: Ins rechte Licht… | Rebellenstützpunkt

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