Nachdem ich mein Bergbaufoto Ende März endlich fertig hatte, begann ich direkt mit den Arbeiten zum zweiten Motiv, der Party-Szene.

Ich hatte schon früher einmal meine Figuren in einer „Zimmer-Atmosphäre“ inszeniert (dies aber bis jetzt nie veröffentlicht) und von daher direkt vorgehabt auf ein vorhandenes Playmobil-Hausbausystem und ausgedruckte Miniaturtapeten und Bodenbeläge zurückzugreifen, die seit dem herumlagen. Man erkennt dies recht deutlich an den grünen Streifen in meiner ersten Entwurfsskizze.

Ein früher Versuch aus dem Jahr 2011 bereits mit Teilen der Ausstattung

Das Playmobil-System besteht im Prinzip aus zusammensteckbaren Teilen für Boden und Wände, die man beliebig arrangieren kann. Bei Ebay hatte ich mir hierfür irgendwann mal allerlei lose Teile ersteigert, ohne zu bemerken, dass es scheinbar unterschiedlich hohe Wandteile gibt. Für meine Szene habe ich diese dann in zwei Reihen übereinander gebaut und die fehlende Höhe rechts und links mit Pappscheiben vor den niedrigen Wänden ergänzt. Dadurch, dass später alles gleich tapeziert wurde, fiel dieser Bruch gar nicht auf.

Wichtigstes Element des Bildes sollte aber der Durchbruch der beiden Trooper aus dem Bergbau sein, der mitten in die Szene hineinführt. Mittlerweile haben mir einige Leute gesagt, dass dies im fertigen Bild leider erst später auffällt, weil ich dieses Element zu Gunsten der Partygestalten im Verlauf der Arbeit immer mehr in den Hintergrund gerückt habe. Dennoch ist dieses detail die Verbindung zwischen den beiden Motiven , weswegen dessen Gestaltung für mich Vorrang hatte.
Für den Durchbruch habe ich eines meiner Playmobil-Fenster von seinem Rahmen befreit und auf eine ebene Unterlage gelegt. Danach habe ich eine gequetsche Klopapierrolle hineingestellt und außen herum alles mit Gips ausgegossen. Das gab schon einmal einen schönen ovalen, aber auch sehr akkuraten Durchbruch in der Wand. Diesen habe ich nun, wie auch schon beim Styroporfelsen mit keilförmigen, unregelmäßigen Cutter-Schnitten erweitert und grob dekoriert. Feinarbeiten wurden dann mit Dekosteinen und recht flüssigem Gips eingeklebt, so dass der Durchbruch in der Wand dem im Bergwerksstollen sehr ähnlich sieht. Matte, schwarze Farbe ergab dann später das Übrige und mit der aufgerissen Tapete – hierfür habe ich tatsächlich mit der kleinen Spitzhacke gearbeitet um ein authentisches Ergebnis zu erzielen – war der Durchbruch Trockenzeitbedingt innerhalb von drei Tagen fertiggestellt.

Erste Dekomaterialien waren auch sehr schnell gefunden bzw. leicht hergestellt. Der Teppich im Bild ist ein Original-Playmobil-Zubehör aus einem leicht filzig wirkenden Papier. Im Bild gibt es außerdem zwei Poster, einen Vader-Pappaufsteller (letztendlich nur stark verdeckt am rechten Bildrand) und ein paar Vintagekarten an einer Angelschnur zu sehen. Diese bestehen einfach nur aus bunt bedrucktem Schreibmaschinenpapier mit Internet-Motiven.

Interessant ist vielleicht noch das große Cantina-Banner im rechten Hintergrund. Dieses basiert auf einer Fotomontage, welche in genau dieser Form schon auf vergangenen Rebel Cons verwendet wurde. Leider hatte ich nicht die Originaldatei dafür und auf den Fotos, die auf den Veranstaltungen gemacht wurden war es nie vollständig und meistens verzerrt zu sehen. Ich wollte das Motiv als kleine Überraschung in die Szene einbauen und konnte deswegen nicht einfach nach der Datei fragen. Also habe ich das Banner, inklusive Befestigungsösen mit Hilfe der Con-Fotos und dem Ausgangsmotiv wiederhergestellt. Den Ausdruck habe ich dann noch weitestgehend nach den Fotos gefalzt und gebogen, dass ich die Original-Banneroptik hinbekam.

Wer übrigens genau hinschaut, wird bemerken, dass ich sogar kleine, maßstabsgerechte Tesafilmstreifen aus echten Tesafilmstreifen ausgeschnitten habe um die Poster und das Banner aufzuhängen. Man erkennt dieses Detail sogar auf dem fertigen Flyer. Unglaublicherweise halten diese Streifen die Bilder bis heute fest an der Wand.

Beim nächsten Mal erzähle ich euch dann wieder etwas zu den Figuren und der Beleuchtung. Dann erfahrt ihr auch, was es mit den großen Blisterkarten auf sich hat, die in diesem Artikel teilweise zu erkennen sind , im fertigen Bild aber nicht auftauchen. Es würde mich freuen, eure Aufmerksamkeit dafür gewinnen zu können. Und weil ihr so tapfer bis hierhin durchgescrollt habt, hier noch mein kleiner Stop-Motion-Versuch von 2011, den ich eingangs erwähnt hatte… erwartet nicht zu viel.

2 Antworten auf Hausbau im Kleinen

Kommentar verfassen

Seitenarchiv
Tag-Cloud