Die zweite Seite des Rebel Con-Flyers

Es dauert nicht mehr lang, dann beginnt in Essen am 21. September die Rebel Con. also wird es Zeit, dass ich meinen Baubericht zum Flyer endlich fertig stelle. Das dauert ja schon fast länger, als die Erstellung des Flyers! Heute möchte ich euch erklären, wie ich versucht habe, für den Flyer ein Partygefühl zu transportieren und damit beginnen wir gleich mit der großen Frage zu dieser Aufgabe:

Wie stellt man eine Party einigermaßen überzeugend mit Actionfiguren dar? Nun, ich habe mir gedacht, dass man genau die gleichen Zutaten, wie im wahren Leben benötigt:

  • Musik
  • stimmungsvolles Licht
  • die richtigen Gäste

Der kniffeligste Teil war die Beleuchtung, also lasst mich darüber zum Schluss schreiben. Fangen wir mit den Gästen und der … nun ja… Musik an.

Partystimmung

„Eine Party ist nur so gut, wie ihre Gäste“ sagt eine sehr strapazierte Floskel. Aus diesem Grund habe ich für den Flyer 14 Figuren als Partygäste herausgesucht, sowie die beiden Trooper im Wanddurchbruch und 14 Kleinfiguren als Spielzeugdarsteller – also insgesamt 30 einzelne Figuren. Musik hingegen kann man nicht fotografieren (ich weiß, da wärt ihr auch selbst drauf gekommen!) Um sie dennoch anzudeuten habe ich eine zweiköpfige Bith-Band engagiert, welche auf speziellem Wunsch von Max Rebo begleitet wird, der aber leider seine Red Ball-Orgel aus Platzgründen nicht mitbringen konnte. Außerdem ist ein Ewok mit Kind im Bild um zu zeigen, dass auf der Rebel Con wirklich jedes Alter  willkommen ist. Betätschelt wird der junge Imperiumsschreck von einer Twilek. Und im Hintergrund begutachten Leesub Sirln und ein Ishi Tib das Angebot an 12″-Figuren. Und wer bitte kann den Spaß am Tausch von Sammlerstücken besser darstellen, als ein lächelnder Vintage-Lando, der Ponda Baba seine Lichtschwerter für die nächste Auseinandersetzung mit Obi-Wan schmackhaft machen möchte? Ponda interessiert sich möglicherweise mehr für das Angebot von TCW-Droiden, während unter dem Tisch Bossk in seiner Fighter Pod-Inkarnation drollig grinsend Ausschau nach Han Solo hält. Der wartet im Hintergrund unter einem anderen Tisch in Karbonit eingefroren und ebenfalls in Miniaturform transportfertig auf ein Zusammentreffen mit Jabba… oder Greedo? Nein, Greedo ist beschäftigt, indem er den neuen Gästen im Wanddurchbruch erst einmal einen Drink anbietet.  Diesen hat sicher R2 eingeschenkt, der nun auch Yoda seine Gastfreundschaft angedeihen lassen will. Doch der ist einfach zu sehr von seinem gerade erworbenen Snowtrooper eingenommen, als dass er diese Geste zu würdigen wüsste.
Man glaubt gar nicht, wie schwierig es ist, all diese Details in ein Bild zu bekommen, wenn man es nicht einmal ausprobiert hat. Immer wieder verdecken Figuren im Vordergrund das Geschehen im Hintergrund. Letztendlich erwies es sich als vorteilig, alle Elemente trichterförmig mit dem Wanddurchbruch im Zentrum zu arrangieren. In der Bildmitte ist ein großer, freier Raum, der von den beiden, verhältnismäßig kleinen Figuren Yoda und R2 verdeckt wird, die so groß herauskommen.
Bis so eine Szene steht, vergeht schon einige Zeit, denn mit jedem neuen Detail habe ich oftmals alles noch einmal arrangieren müssen um auf dem engen Raum jedem Darsteller seinen Platz im Foto freizuhalten. Dafür bedurfte es schon einer guten Sicherung, damit nicht beim kleinsten Rempler am Tisch alle Figuren am Boden liegen. Hierfür kann ich nach einigem Probieren mit anderen Hilfsmitteln Uhu-Patafix sehr empfehlen. Diese Knet-Klebemasse, ist sehr leicht ohne Beschädigungen an den Figuren und an meinem Papierfußboden anzubringen und hält schon in kleineren Mengen die Figuren sicher aufrecht.

Eine kleine Retusche gibt es übrigens auch hier. Wer die Figur kennt, wird es evtl. bemerkt haben: Normalerweise würde R2 mit eingezogenem, vorderen Bein sein Periskop zeigen. Dies passte aber nicht zum Servieraufbau. Also musste ich zwei Bilder machen, die ich anschließend dann gegeneinander retuschiert habe.

Beleuchtung

Ein größeres Problem stellte die Beleuchtung dar. Wenn ihr euch erinnert, aus dem Spalt im Bergbau dringt buntes Licht. Dessen Quelle musste irgendwie auch in das Partybild übertragen werden. Die Lichterkette, die ich für die Bergbauszene verwendet hatte, war aber mit viel zu großen Lämpchen versehen. Etwas Kleineres musste her. Zum Glück habe ich Kollegen, die zu Weihnachten den Schreibtisch immer mit Miniatur-Lichterketten schmücken. Bei denen konnte ich dankenswerterweise mehrere in verschiedenen Farben für mein Bild leihen. Nun mußte aber das verhältnismäßig dicke Kabel der Lämpchen irgendwie kaschiert werden. In einem Probebild fiel das einfach sehr unangenehm auf. Nach einigem hin und her, welches mir die meiste Zeit für dieses Bild gekostet hat, kam ich letztendlich zu der Lösung, dass ich die Lampen durch ein Stück Aluprofil steckte und die Kabel nach oben über den Bildrand außerhalb des eigentlichen Bildes hingen. dabei wirkt das Aluprofil ein weinig, wie ein Lichtträger für professionelle Ausleuchtungen.

Eine weitere Beleuchtungsidee für dieses Bild habe ich nach Fertigstellung des Lichtträgers gestrichen. Ich wollte nämlich ursprünglich durch die Diskokugel im Bild, viele kleine Lichtreflexe erzeugen, die sich an den Wänden und auf den Figuren brechen sollten. Dafür hatte ich die Kugel extra auf einem stabilen Arm montiert, an dem ich zusätzlich eine Taschenlampe fixiert hatte, die mit starkem Lichtstrahl diese Reflexe erzeugen sollte.
Das funktionierte zwar recht gut, das Bild wirkte aber sehr unnatürlich, da die Figuren nun in einem starken, vertikalen Lichtkegel mit merkwürdigen Schatten standen. Das hatte eher etwas von einer Ufo-Invasion, als von einer Party.
Auch nachdem ich das Lampenlicht von der Seite ins Bild stralen lies, wurde es nicht besser und frustrierte mich doch schon um einiges. Letztendlich klappte aber das Arrangement mit dem Lichtträger so gut, dass ich kurzerhand auf die Lichtreflexe verzichtete und spontan ein Plätzchen Salacious Crumb zur Verfügung hatte, denn ganz ungenutzt wollte ich die Kugel dann doch nicht ins Bild hängen.

Wer sich an meinen letzten Artikel erinnert, der fragt sich nun sicher, warum hier nun nicht, wie versprochen, etwas zu den großen Blisterkarten steht. Nun, ich fand, dass dieser Artikel heute schon recht lang war. Also werde ich diesen Teil in einem abschließenden Artikel demnächst veröffentlichen – Wirklich! Demnächst! Ich habe schon alles vorgeschrieben, noch einmal wird es also keine so lange Pause geben.

2 Antworten auf Eine „kleine“ Party

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