Actionfiguren

Die zweite Seite des Rebel Con-Flyers

Es dauert nicht mehr lang, dann beginnt in Essen am 21. September die Rebel Con. also wird es Zeit, dass ich meinen Baubericht zum Flyer endlich fertig stelle. Das dauert ja schon fast länger, als die Erstellung des Flyers! Heute möchte ich euch erklären, wie ich versucht habe, für den Flyer ein Partygefühl zu transportieren und damit beginnen wir gleich mit der großen Frage zu dieser Aufgabe:

Wie stellt man eine Party einigermaßen überzeugend mit Actionfiguren dar? Nun, ich habe mir gedacht, dass man genau die gleichen Zutaten, wie im wahren Leben benötigt:

  • Musik
  • stimmungsvolles Licht
  • die richtigen Gäste

Der kniffeligste Teil war die Beleuchtung, also lasst mich darüber zum Schluss schreiben. Fangen wir mit den Gästen und der … nun ja… Musik an.

Partystimmung

„Eine Party ist nur so gut, wie ihre Gäste“ sagt eine sehr strapazierte Floskel. Aus diesem Grund habe ich für den Flyer 14 Figuren als Partygäste herausgesucht, sowie die beiden Trooper im Wanddurchbruch und 14 Kleinfiguren als Spielzeugdarsteller – also insgesamt 30 einzelne Figuren. Musik hingegen kann man nicht fotografieren (ich weiß, da wärt ihr auch selbst drauf gekommen!) Um sie dennoch anzudeuten habe ich eine zweiköpfige Bith-Band engagiert, welche auf speziellem Wunsch von Max Rebo begleitet wird, der aber leider seine Red Ball-Orgel aus Platzgründen nicht mitbringen konnte. Außerdem ist ein Ewok mit Kind im Bild um zu zeigen, dass auf der Rebel Con wirklich jedes Alter  willkommen ist. Betätschelt wird der junge Imperiumsschreck von einer Twilek. Und im Hintergrund begutachten Leesub Sirln und ein Ishi Tib das Angebot an 12″-Figuren. Und wer bitte kann den Spaß am Tausch von Sammlerstücken besser darstellen, als ein lächelnder Vintage-Lando, der Ponda Baba seine Lichtschwerter für die nächste Auseinandersetzung mit Obi-Wan schmackhaft machen möchte? Ponda interessiert sich möglicherweise mehr für das Angebot von TCW-Droiden, während unter dem Tisch Bossk in seiner Fighter Pod-Inkarnation drollig grinsend Ausschau nach Han Solo hält. Der wartet im Hintergrund unter einem anderen Tisch in Karbonit eingefroren und ebenfalls in Miniaturform transportfertig auf ein Zusammentreffen mit Jabba… oder Greedo? Nein, Greedo ist beschäftigt, indem er den neuen Gästen im Wanddurchbruch erst einmal einen Drink anbietet.  Diesen hat sicher R2 eingeschenkt, der nun auch Yoda seine Gastfreundschaft angedeihen lassen will. Doch der ist einfach zu sehr von seinem gerade erworbenen Snowtrooper eingenommen, als dass er diese Geste zu würdigen wüsste.
Man glaubt gar nicht, wie schwierig es ist, all diese Details in ein Bild zu bekommen, wenn man es nicht einmal ausprobiert hat. Immer wieder verdecken Figuren im Vordergrund das Geschehen im Hintergrund. Letztendlich erwies es sich als vorteilig, alle Elemente trichterförmig mit dem Wanddurchbruch im Zentrum zu arrangieren. In der Bildmitte ist ein großer, freier Raum, der von den beiden, verhältnismäßig kleinen Figuren Yoda und R2 verdeckt wird, die so groß herauskommen.
Bis so eine Szene steht, vergeht schon einige Zeit, denn mit jedem neuen Detail habe ich oftmals alles noch einmal arrangieren müssen um auf dem engen Raum jedem Darsteller seinen Platz im Foto freizuhalten. Dafür bedurfte es schon einer guten Sicherung, damit nicht beim kleinsten Rempler am Tisch alle Figuren am Boden liegen. Hierfür kann ich nach einigem Probieren mit anderen Hilfsmitteln Uhu-Patafix sehr empfehlen. Diese Knet-Klebemasse, ist sehr leicht ohne Beschädigungen an den Figuren und an meinem Papierfußboden anzubringen und hält schon in kleineren Mengen die Figuren sicher aufrecht.

Eine kleine Retusche gibt es übrigens auch hier. Wer die Figur kennt, wird es evtl. bemerkt haben: Normalerweise würde R2 mit eingezogenem, vorderen Bein sein Periskop zeigen. Dies passte aber nicht zum Servieraufbau. Also musste ich zwei Bilder machen, die ich anschließend dann gegeneinander retuschiert habe.

Beleuchtung

Ein größeres Problem stellte die Beleuchtung dar. Wenn ihr euch erinnert, aus dem Spalt im Bergbau dringt buntes Licht. Dessen Quelle musste irgendwie auch in das Partybild übertragen werden. Die Lichterkette, die ich für die Bergbauszene verwendet hatte, war aber mit viel zu großen Lämpchen versehen. Etwas Kleineres musste her. Zum Glück habe ich Kollegen, die zu Weihnachten den Schreibtisch immer mit Miniatur-Lichterketten schmücken. Bei denen konnte ich dankenswerterweise mehrere in verschiedenen Farben für mein Bild leihen. Nun mußte aber das verhältnismäßig dicke Kabel der Lämpchen irgendwie kaschiert werden. In einem Probebild fiel das einfach sehr unangenehm auf. Nach einigem hin und her, welches mir die meiste Zeit für dieses Bild gekostet hat, kam ich letztendlich zu der Lösung, dass ich die Lampen durch ein Stück Aluprofil steckte und die Kabel nach oben über den Bildrand außerhalb des eigentlichen Bildes hingen. dabei wirkt das Aluprofil ein weinig, wie ein Lichtträger für professionelle Ausleuchtungen.

Eine weitere Beleuchtungsidee für dieses Bild habe ich nach Fertigstellung des Lichtträgers gestrichen. Ich wollte nämlich ursprünglich durch die Diskokugel im Bild, viele kleine Lichtreflexe erzeugen, die sich an den Wänden und auf den Figuren brechen sollten. Dafür hatte ich die Kugel extra auf einem stabilen Arm montiert, an dem ich zusätzlich eine Taschenlampe fixiert hatte, die mit starkem Lichtstrahl diese Reflexe erzeugen sollte.
Das funktionierte zwar recht gut, das Bild wirkte aber sehr unnatürlich, da die Figuren nun in einem starken, vertikalen Lichtkegel mit merkwürdigen Schatten standen. Das hatte eher etwas von einer Ufo-Invasion, als von einer Party.
Auch nachdem ich das Lampenlicht von der Seite ins Bild stralen lies, wurde es nicht besser und frustrierte mich doch schon um einiges. Letztendlich klappte aber das Arrangement mit dem Lichtträger so gut, dass ich kurzerhand auf die Lichtreflexe verzichtete und spontan ein Plätzchen Salacious Crumb zur Verfügung hatte, denn ganz ungenutzt wollte ich die Kugel dann doch nicht ins Bild hängen.

Wer sich an meinen letzten Artikel erinnert, der fragt sich nun sicher, warum hier nun nicht, wie versprochen, etwas zu den großen Blisterkarten steht. Nun, ich fand, dass dieser Artikel heute schon recht lang war. Also werde ich diesen Teil in einem abschließenden Artikel demnächst veröffentlichen – Wirklich! Demnächst! Ich habe schon alles vorgeschrieben, noch einmal wird es also keine so lange Pause geben.

Nachdem ich mein Bergbaufoto Ende März endlich fertig hatte, begann ich direkt mit den Arbeiten zum zweiten Motiv, der Party-Szene.

Ich hatte schon früher einmal meine Figuren in einer „Zimmer-Atmosphäre“ inszeniert (dies aber bis jetzt nie veröffentlicht) und von daher direkt vorgehabt auf ein vorhandenes Playmobil-Hausbausystem und ausgedruckte Miniaturtapeten und Bodenbeläge zurückzugreifen, die seit dem herumlagen. Man erkennt dies recht deutlich an den grünen Streifen in meiner ersten Entwurfsskizze.

Ein früher Versuch aus dem Jahr 2011 bereits mit Teilen der Ausstattung

Das Playmobil-System besteht im Prinzip aus zusammensteckbaren Teilen für Boden und Wände, die man beliebig arrangieren kann. Bei Ebay hatte ich mir hierfür irgendwann mal allerlei lose Teile ersteigert, ohne zu bemerken, dass es scheinbar unterschiedlich hohe Wandteile gibt. Für meine Szene habe ich diese dann in zwei Reihen übereinander gebaut und die fehlende Höhe rechts und links mit Pappscheiben vor den niedrigen Wänden ergänzt. Dadurch, dass später alles gleich tapeziert wurde, fiel dieser Bruch gar nicht auf.

Wichtigstes Element des Bildes sollte aber der Durchbruch der beiden Trooper aus dem Bergbau sein, der mitten in die Szene hineinführt. Mittlerweile haben mir einige Leute gesagt, dass dies im fertigen Bild leider erst später auffällt, weil ich dieses Element zu Gunsten der Partygestalten im Verlauf der Arbeit immer mehr in den Hintergrund gerückt habe. Dennoch ist dieses detail die Verbindung zwischen den beiden Motiven , weswegen dessen Gestaltung für mich Vorrang hatte.
Für den Durchbruch habe ich eines meiner Playmobil-Fenster von seinem Rahmen befreit und auf eine ebene Unterlage gelegt. Danach habe ich eine gequetsche Klopapierrolle hineingestellt und außen herum alles mit Gips ausgegossen. Das gab schon einmal einen schönen ovalen, aber auch sehr akkuraten Durchbruch in der Wand. Diesen habe ich nun, wie auch schon beim Styroporfelsen mit keilförmigen, unregelmäßigen Cutter-Schnitten erweitert und grob dekoriert. Feinarbeiten wurden dann mit Dekosteinen und recht flüssigem Gips eingeklebt, so dass der Durchbruch in der Wand dem im Bergwerksstollen sehr ähnlich sieht. Matte, schwarze Farbe ergab dann später das Übrige und mit der aufgerissen Tapete – hierfür habe ich tatsächlich mit der kleinen Spitzhacke gearbeitet um ein authentisches Ergebnis zu erzielen – war der Durchbruch Trockenzeitbedingt innerhalb von drei Tagen fertiggestellt.

Erste Dekomaterialien waren auch sehr schnell gefunden bzw. leicht hergestellt. Der Teppich im Bild ist ein Original-Playmobil-Zubehör aus einem leicht filzig wirkenden Papier. Im Bild gibt es außerdem zwei Poster, einen Vader-Pappaufsteller (letztendlich nur stark verdeckt am rechten Bildrand) und ein paar Vintagekarten an einer Angelschnur zu sehen. Diese bestehen einfach nur aus bunt bedrucktem Schreibmaschinenpapier mit Internet-Motiven.

Interessant ist vielleicht noch das große Cantina-Banner im rechten Hintergrund. Dieses basiert auf einer Fotomontage, welche in genau dieser Form schon auf vergangenen Rebel Cons verwendet wurde. Leider hatte ich nicht die Originaldatei dafür und auf den Fotos, die auf den Veranstaltungen gemacht wurden war es nie vollständig und meistens verzerrt zu sehen. Ich wollte das Motiv als kleine Überraschung in die Szene einbauen und konnte deswegen nicht einfach nach der Datei fragen. Also habe ich das Banner, inklusive Befestigungsösen mit Hilfe der Con-Fotos und dem Ausgangsmotiv wiederhergestellt. Den Ausdruck habe ich dann noch weitestgehend nach den Fotos gefalzt und gebogen, dass ich die Original-Banneroptik hinbekam.

Wer übrigens genau hinschaut, wird bemerken, dass ich sogar kleine, maßstabsgerechte Tesafilmstreifen aus echten Tesafilmstreifen ausgeschnitten habe um die Poster und das Banner aufzuhängen. Man erkennt dieses Detail sogar auf dem fertigen Flyer. Unglaublicherweise halten diese Streifen die Bilder bis heute fest an der Wand.

Beim nächsten Mal erzähle ich euch dann wieder etwas zu den Figuren und der Beleuchtung. Dann erfahrt ihr auch, was es mit den großen Blisterkarten auf sich hat, die in diesem Artikel teilweise zu erkennen sind , im fertigen Bild aber nicht auftauchen. Es würde mich freuen, eure Aufmerksamkeit dafür gewinnen zu können. Und weil ihr so tapfer bis hierhin durchgescrollt habt, hier noch mein kleiner Stop-Motion-Versuch von 2011, den ich eingangs erwähnt hatte… erwartet nicht zu viel.

Ich bin kein guter Fotograf. Das heißt nicht, dass ich nicht gerne fotografiere oder dass ich keine vernünftigen Bilder hinbekomme, das heißt nur, dass ich immer verdammt lange brauche, ein Bild herzustellen und dass ich dabei Unmengen an Ausschuss produziere.
Vergangenen Sommer habe ich für die Rebel Con 2012 Spielzeugfiguren-Comics fotografiert und bin dafür mit einem großen Wüsten-Set in den Garten meiner Eltern gezogen um schöne Blendeffekte und tolle Schlagschatten abzulichten. Das Ergebnis war gerade mal ein wolkenfreier Tag, an dem ich zu viel an Kamera und Setting herumgestellt habe und wenig produktiv erarbeiten konnte, im Verhältnis zu vielen wolkigen Tagen, an denen ich größenteils darauf wartete, dass die gottverdammten Cumulus die Sonne freigaben.
Nun, mit der so erarbeiten Kompetenz wollte ich mich in diesem Jahr daran machen, eine schwach ausgeleuchtete Bergbauszene mit buntem Lichteffekt zu fotografieren… wer keine Herausforderungen hat, der macht sich welche und davon soll dieser Blogbeitrag handeln.

Heute geht es um

  • die darstellenden Figuren
  • die Perspektive
  • Beleuchtung und Kameraeinstellungen

Vorweg aber: Falls hier Fotografen mitlesen: Weitergehen, weitergehen! Hier gibt es nichts zu sehen!

 

Die darstellenden Figuren

Der Entwurf für einen Flyer im Hochformat

Wenn wir uns an dieser Stelle nochmal meine Entwurfsskizze vom Anfang der Arbeiten in Erinnerung rufen, dann fällt ein entscheidender Unterschied zum endgültigen Motiv auf. Anfangs war nämlich geplant, die Bergbauszene nur mit nur zwei Troopern darzustellen. Während ich aber immer mal wieder meine ersten Testaufnahmen machte, realisierte ich, dass ich mit zwei Troopern nicht genau zeigen kann, was wir eigentlich mit dem Bild bezwecken.

 

 

 

In mein Basteltagebuch auf dessen Einband Durchdes Mailadresse stand, schrieb ich damals:

Bevor ich dann die Kopflampen fertig mache muss ich nun unbedingt den kompletten Aufbau der Szene noch einmal in einer „Generalprobe“ durchexzerzieren. Auch im Hinblick darauf, ob nicht vielleicht ein paar Jawas, Ugnaughts oder andere „Kleindarsteller“ noch ein wenig Leben in die Geschichte bringen können. Möglicherweise sogar ein dritter Trooper. Ich bin nämlich am überlegen, ob nicht eine oder mehrere Figuren, die bereits auf die Entdeckung reagieren die Bildaussage etwas verbessern könnten. Möglicherweise sogar in dem die ganze Szenerie am Rechner gespiegelt wird.
So ist’s gemeint:
Momentan entdeckt einer der Trooper „plötzlich“ das Leben hinter dem Bergwerk und der andere schaut von seiner Arbeit, die ich auch darstellen möchte, auf. Er befindet sich aber in der Arbeitssituation und kann nicht reagieren. Ein weiterer Akteur könnte aber bereits überrascht – evtl. mit erhobenen Armen, fallengelassener Arbeit, etc. auf die Entdeckung reagieren und dem Betrachter darstellen, dass der beleuchtet Spalt für die beiden Bergbautrooper nicht den Alltag darstellt.
Spiegel ich das Bild könnte ich der gewohnten Leserichtung entsprechen, was aber evtl. nicht erforderlich ist. Denn rechts finde ich den Spalt schöner, weil ich ihn für die zweite Szene wiederum auf der linken Seite schöner finde, weil er da wieder der Leserichtung von links nach rechts entspricht.

Aus den genannten Kleindarstellern wurden dann die Jawas und der Power-Droide. Ich habe aber auch mit anderen Figuren experimentiert, wie ihr unten in der Galerie sehen könnt. Ursprünglich hatte ich z.B. vor, den neuen GNK-Droiden aus einem der Vintage-Dreierpacks in den Hintergrund zu setzen, dann fiel mir jedoch auf, dass das Bild überhaupt keine richtige Vintage-Figur aus den ersten Serien enthält und ich bin auf  Power-Droiden von 1979 umgeschwenkt, der sich außerordentlich gut in dem Bild macht.
Bei den Jawas habe ich übrigens auch ein wenig gemogelt. Ich habe nämlich deren leuchtenden Augen digital mit etwas mehr Strahlkraft versehen. Besser erkennen kann man dies in einem kleinen, wackeligen Video vom Set, welches ich gemacht hatte, nachdem ich mit allen Fotoaufnahmen fertig war.

 

Die Perspektive
Ich hatte zu Anfang richtige Probleme ein passendes Licht ins Bild zu bringen und vernünftige Fotos vom kompletten Set zu erstellen (dazu gleich mehr). Aus diesem Grund habe ich auch ein paar alternative Perspektiven angeboten, die etwas dynamischer wirkten und damit dieses Manko hätten ausgleichen können. Hierbei standen die Figuren dann enger zusammen oder ich habe ein wenig von oben in die Szene fotografiert.
Letztendlich war es aber der Wunsch, auf die ursprüngliche fast zweidimensionale Ansicht zurückzukommen. Ich mußte mich also zusammennehmen und mich noch einmal mit den Kamera-Einstellungen und der Beleuchtung auseinandersetzen. Ich erinnere mich da an einen sehr frustrierten Abend. Im Nachhinein bin ich aber froh, die Mühe nochmal in Kauf genommen zu haben.

Beleuchtung und Kameraeinstellungen

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Meine beiden Fotolampen

Ich hatte nämlich mittlerweile ein paar Fotolampen besorgt, um dem Lichtproblem aus dem Vorjahr entgegenzuwirken und auch im geschlossenen Raum fotografieren zu können. Mit diesen Lampen und einem entfesselten Blitz ist es mir tatsächlich gelungen, ein wunderbare Tageslichtatmosphäre zu erzeugen. Das Problem war nur, dass in solch einem Licht meine Unter-Tage-Szenerie gar nicht funktionierte und vor allem fraß mir das grelle Umgebungslicht den ganzen Leuchteffekt im Felsspalt auf. – Kurz: Fehlinvestition.
Ich habe also meine Lampenschirme komplett von der Szene weggedreht und eher auf den Boden ausgerichtet. So wurde das Licht vom Boden ins Bild gespiegelt und ließ den Bildhintergrund im Dunkeln. Letztendlich habe ich dann mit einer großen Blende und langer Belichtungszeit herumprobiert, bis ich zum gewünschten Ergebnis kam. In einigen meiner Testaufnahmen konnte man jede einzelne LED im Spalt sehen, in wieder anderen waren extreme Lichtstrahlen zu sehen, welche die Augen von J. J. Abrahms hätten feucht werden lassen.
Ich habe sogar meine Szene mit einer Taschenlampe angestrahlt, was schöne Schatten an die Rückwand der Höhle gezaubert hat, aber irgendwie den Fokus des Motives änderte.

Das Motiv wurde letztendlich mit einer Brennweite von 24 mm, 20 Sek. Belichtung  und einer Blende F/20 aufgenommen.

In der Hoffnung, dass es beim nächsten Mal nicht wieder so lange dauert, bis ich einen Artikel fertig habe, verabschiede ich mich heute mit einer langen Reihe von verschiedenen Testaufnahmen mit Kommentaren. Im nächsten Artikel beginne ich dann mit dem Bau des zweiten Motives.

Im heutigen Teil meines Bauberichts zum Rebel Con-Flyer geht es um die zusätzliche Ausrüstung der beiden Trooper, die ich zusammengestellt und angefertigt habe. Laut Anforderungsprofil für imperiale Bergmänner wurden folgende Dinge benötigt:

  • Werkzeuge
  • Arschleder (Kleidungs und Rüstungsschutz)
  • Kopflampen

All diese Dinge bekommt man normalerweise nicht im normalen Star Wars-Actionfiguren-Sortiment. Sie mußten also anderweitig besorgt oder selbst angefertigt werden. Und wie das geht, das seht ihr im Folgenden.

(Anmerkung: Da sich Bild und textinhalt teilweise überschneiden findet ihr die Bilder dieses Mal am Ende des Textes.)

Werkzeuge

Wie immer, wenn ich zusätzliche Requisiten für meine Bilder benötige habe ich auch in diesem Fall wieder auf die Zubehörpalette von Playmobil zurückgegriffen. Entweder besorgt man sich im Handel ein Set, welches Thematisch passt, oder man schaut z.B. bei Ebay, ob man loses Material zur Verwendung findet. In diesem Fall bin ich bei Ebay fündig geworden und habe mit allerlei loses Baustellen-Zubehör ersteigert, bei dem unter anderem Spitzhacken, Schaufeln, eine Kiepe und eine Schubkarre enthalten waren. Weiterhin waren noch so merkwürdige Kunstoffbrocken enthalten, die wie Stein aussahen und prima in mein Bild passten.
Um die einfarbig grauen Spitzhacken und die Schaufeln noch etwas mehr an meine Figuren anzupassen habe ich sie später noch zusätzlich mit Modellbaufarbe etwas realistischer eingefärbt. Und die Leiter habe ich, wie auch die Stands, die manchmal in den Bildern zu erkennen sind bei „Marauder Gun-Runners“ bestellt. Näheres dazu auch in meinen Behind-The-Scenes-Artikel zur fünften Spielzeugtruppen-Folge , in der sie schon eine tragende Rolle gespielt hat.

Arschleder

So! „Arschleder“ schreibe ich jetzt das allerletzte Mal! Aber es war nunmal explizit so in der Motividee bezeichnet und gewünscht und ist eine absolut gängige Bezeichnung, für dieses Schutzleder, den die Bergleute unter Tage tragen, wenn sie durch die engen Gänge rutschen um ihrer Arbeit nachzugehen. So ein Leder zeichnet sich vor allem durch eine dreieckige Form aus und wird in der Regel über dem Hinterteil getragen.
Und wie bekommt man so etwas nun an eine Actionfigur ohne sie umzubauen oder durch Kleber zu beschädigen?
Mein Lösungsansatz entspricht eigentlich genau dem, wie man dieses Schutzleder auch in der Realität tragen würde: Einfach an einem Gürtel.
Zuerst hatte ich probiert, ein Leder durch diese durchsichtigen Plastikgummis zu befestigen, mit denen die meisten Figuren in ihren Verpackungen gehalten werden. Das sah aber merkwürdig aus und hielt auch nicht sehr gut. Also habe ich letztendlich für den Gürtel etwas Pappe aus einem Schokoreis-Frühstückscerealien-Karton geschnitten, den ich zu einen passenden Ring geformt und mit Klebefilm zusammengeklebt habe. Daran wiederum habe ich ein kleines Lederdreieck aus einem alten Hosenflicken geklebt. Anfangs war das Leder übrigens noch dicker und schwarz, weil ich nichts anderes zur Hand hatte, bis mir dann eine Hosenflickerin aus dem Freundeskreis mit diesem hervorragenden Material aushelfen konnte.

Kopflampen

Bis ich wußte, wie ich die beiden Kopflampen herstelle, hat es einige Versuche gebraucht. Mir war weder klar, wie ich sie herstellen sollte, wie sie aussehen könnten und wie ich sie an den Figuren befestigen sollte. Eine erste Idee kam vom Durchde, der vorschlug Trinkgläser der Cantina-Aliens für die Lampen zu verwenden. Ich habe also ein solches Glas genommen und leicht mit Alufolie umwickelt um das Lampengehäuse darzustellen. Dieses Konstrukt habe ich dann mit Wachs am Trooper befestigt. Da das Glas jedoch sehr hoch ist, konnte man es nur von vorne aufnehmen, damit es einigermaßen gut wirkte. Ein weiterer Nachteil war, dass es immer wieder aus der Aluminiumfolie herausfiel. Dieses Problem hätte man möglicherweise lösen können, aber das störende Aussehen sprach gegen eine Verwendung.
Die nächste Lösung, die ich ausprobiert hatte, bestand aus einem kleinen, rot-transparenten, runden Legostein, den ich mit Farbe so bemalt hatte, dass er ein wenig aussah, wie eine Lampe mit Gehäuse. Diesen Stein, habe ich dann auf einen dünnen Pappring geklebt, den ich genauso, wie den oben beschrieben Gürtel angefertigt hatte. Davon habe ich sogar zwei Lampen gebastelt und dann aber auch diese Idee verworfen. Zu diesem Zeitpunkt fing ich nämlich an, mit der Beleuchtung meiner Szene zu experimentieren, die auf einigen Bildern schon recht gut zur Geltung kam. Hätte ich dann aber meinen Figuren Lampen aufgesetzt, die nicht leuchteten, dann hätte das sehr langweilig ausgesehen. Also musste richtiges Licht her.
Letzendlich sind die Kopflampen zwei gelbe 3mm-Dioden mit silber bemaltem Schrumpfschlauch als Gehäuse. Die Dioden-Kontakte habe ich schwarz bemalt habe, denn sie stellen gleichzeitig das Kopfband der Lampen dar. Anfangs hatte ich sie noch mit Schrumpfschlauch versehen, aber selbst mit dem dünnen Schlauch war das Band schon zu massiv, weswegen ich auf die bemalte Variante umgeschwenkt bin.
Auch die Wahl des Kabels war nicht unwichtig. Zu Anfang war ich der Meinung, dass mir stabiler Klingeldraht die Möglichkeit geben würde, den Draht starr und verdeckt hinter den Figuren aus der Szene zu führen. Das gelang aber nicht. Immer schwebten die Lampen leicht über den Köpfen oder der starre Stiel, der durch das Kabel entstand, warf die Figuren um. Letztendlich habe ich sehr dünne (0,4 mm), flexible Litze verwendet, die ich dann am Hinterkopf der Figuren mit den  Diodenkontakten verlötete. Die Lötstellen habe ich dann mit Schrumfschlauch isoliert und anschließend noch einmal mit einem etwas größeren Schrumschlach zu einem Ring um den Kopf gebunden. Die Kabel konnten dann leicht durch die Höhlendecke aus der Szene geführt werden.
Leider mußte ich hier etwas mogeln, denn die Kabel wurden dann später aus dem fertigen Bild herausretuschiert.

Mit dieser kleinen Beichte möchte ich diesen Bericht erstmal wieder abschließen. Weiter geht es dann nächstes Mal mit Hintergrundinfos zur Figurenauswahl, und der Beleuchtung.

Weiter geht es mit dem zweiten Teil zu meiner kleinen Hintergrundserie für den Rebel Con-Flyer 2013. Wie beim letzten Mal schon angedeutet möchte ich dieses Mal aufschreiben, wie der Hintergrund für meine kleine Bergbauszene entstanden ist.

Ich hatte mir ja einen Terrarium-Hintergrund besorgt, mit dem ich gehofft hatte, auf die Schnelle einen akzeptablen Hintergrund zu bekommen. Dieser Hintergrund war 50×50 cm groß und bestand im Grunde aus strukturierten Styropor mit einem braunen Farbauftrag. Leider war die Fels-Darstellung viel zu grob für meine kleinen Figuren und den geringen Fotoausschnitt. Obendrein konnte mit nur einer Fläche die Enge eines Stollens nicht glaubwürdig dargestellt werden.

Der Terrariumhintergrund bringt im Testbild nicht die gewünschte Wirkung

Der Terrariumhintergrund bringt im Testbild nicht die gewünschte Wirkung

Das Ziel war also eine Felsstruktur für oben, unten, an den Seiten und auch teilweise im Vordergrund zu erzeugen, damit es wirkt, wie ein Ausschnitt des fiktiven imperialen Lebens unter Tage. Außerdem sollte es möglich sein, im Hintergrund meiner Szene einen Durchbruch darzustellen, durch den ein mysteriöser Lichtschein dringen konnte. Weiterhin sollte das Bild voll ausgefüllt sein um möglichst wenig Flächen mit noch mehr Aufwand füllen zu müssen.

Ich glaube bei der Diskussion hierüber haben Durchde und ich festgelegt, den Flyer wie in den vorherigen Jahren auch, im Querformat auszuführen und ich wollte dann sehen, das gegebene Seitenverhältnis möglichst effektiv zu nutzen. Um keine Arbeit zu verschenken, habe ich mir einen Holzkasten geschnappt, in dem ich sonst immer meiner Bastelutensilien verwahre und habe ihn mit Papier, Bleistift und Schere grob in einen Stollen verwandelt und mit den Figuren ein paar Bilder angefertigt. Ich habe im Hintergrund den Spalt gezeichnet und drum herum einen zackigen Rahmen ausgeschnitten. Letztendlich war das Ergebnis überzeugend und passte sogar in ein grobes Layout, welches ich von den alten Flyern kopiert hatte. So konnte es weitergehen.

Der Rohbau

Zuerst habe ich aus einer großen, 3 cm dicken Styropor-Platte aus dem Baumarkt vier kleine Platten geschnitten, mit denen ich die Innenmaße meines Holzkastens nachbilden konnte. Zum Schneiden habe ich ein scharfes Cutter-Messer verwendet. Der Styropor hat zwar geflockt, aber nicht in dem Maße, wie ich es anfangs befürchtet hatte (Bedeutet: Styroporflocken sind nach einfacher RFeinigung nicht mehr aufzufinden). In die Rückwand habe ich dann direkt grob den Spalt für den Durchbruch eingeschnitten. Nun hatte ich einen rechteckigen Kasten, mit einem Loch in der Rückwand. Damit das ganze nun Struktur bekommt, habe ich kleinere Styroporteile wellenförmig ausgeschnitten und anschließend mit einer facettierten Oberfläche versehen. Dies gestaltet sich überraschend einfach, wenn man mit den Cuttermesser in verschiedenen Winkeln und Ebenen V-Förmig einschneidet und so kleine Keile von Material von der Oberfläche entfernt.
Anschließend habe ich diese Teile mit Zahnstochern auf der Innenseite des Kastens befestigt. Zahnstocher sind optimal, weil man die Einzelteile immer mal wieder abnehmen kann um sie an angrenzende Teile anzupassen und zu optimieren. Ich habe letzten Endes sogar überhaupt keinen Kleber benötigt und alles mit Zahnstochern fixiert. Wenn man diese immer verschränkt zueinander einsticht bekommt man schon eine ausgesprochen sichere Verbindung, die man dann anschließend mit der Gips-Modelage fixieren kann.
Da ich nicht genau wusste  wo später die Figuren stehen würden habe ich den Boden weitestgehend eben gestaltet und nur ein einzelnes kleines Felsplateau angebracht.

Die Oberflächengestaltung

Für die Oberflächenarbeiten hatte ich eine Tube Instant-Spachtel auserkoren, die schon seit längerem bei mir herumstand. Das Zeug funktionierte aber nicht zufriedenstellend, da es sich nicht sehr dünn auftragen ließ und zu schnell trocknete. Ich habe dann später auf normalen Gips umgestellt. Zu Anfang wollte ich noch einen Spachtel zum Auftragen verwenden, das funktionierte aber auch nicht, so dass ich recht schnell auf den spitzen Zeigefinger umstieg, der auch in die kleinsten Ecken kam. Um neben meinen Styroporfelsen noch ein paar kleinere Strukturen unterzubringen, habe ich noch kleine Steinchen in Spalten und Ecken gedrückt, mit denen dies recht schnell zu erledigen war. Draußen lag zu der Zeit Schnee und alles war nass und ekelig, also habe ich kleine, lila Dekosteinchen verwendet, die hier enefalls noch von einem anderen Projekt herumlagen. Eine gute Handvoll von Nachbars Kiesweg sollte aber das gleiche Resultat bringen.
Dem Boden habe ich weitestgehend eben belassen. Ich habe lediglich dünn Gips aufgetragen und dann mit einem Zahnstocher kleine unregelmäßige Rillen eingeprägt. Dadurch sollten meine Figuren möglichst sicher ohne Hilfsmittel stehen. Denn entweder wären Standhilfen im Bild aufgefallen, oder sie hätten meine Kulisse zerstört. Erst für mein zweites Motiv habe ich für solche Fälle eine optimale Hilfe gefunden, aber dazu später.

Die Farbgebung

Mit der Farbe hätte ich mir fast meine ganze Arbeit zerstören können, zum Glück ist es nochmal recht glimpflich abgegangen. Ich hatte mir nämlich der Einfachheit halber im Baumarkt eine kleine Dose mattschwarzen Sprühlack besorgt – Hausmarke – die Günstige. Und damit fing der Ärger schon an, denn ich bekam den Sprühkopf einfach nicht betätigt. Erst mit leichter Gewalt fing er an zu sprotzeln und zu sprühen. Ein Teil der Farbe ging in feinem Nebel, so wie es sich gehört, in meine Kulisse, ein anderer Teil lief unter dem Sprühkopf mein Handgelenk hinunter und tropfte überall hin.
Zum Glück hatte ich draußen gearbeitet und alles relativ gut abgedeckt. Aber es war schon recht dunkel und ich konnte lediglich erkennen, dass die vormals weiße Fläche nun ausreichend schwarz war. So hinterließ ich alles zum Trockenen und schaute es mir zwei Tage später wieder an.
Und ich erlebte eine ziemliche Überraschung. Denn, was ich eigentlich wusste  aber irgendwie nicht bedacht hatte, war, dass die im Lack enthaltenen Lösungsmittel natürlich auch den Styropor angriffen. Der hätte eigentlich durch den Gips geschützt sein müssen. Diesen hatten ich aber an vielen Stellen sehr dünn aufgetragen, so dass überall kleine Hohlstellen entstanden waren, an denen der dünne Gips nachgab, wegbröckelte und weiße Stellen hinterließ. Ich war völlig entsetzt und machte mit dem Handy viele Detailfotos. Weil der Lack noch immer stark roch und ja nun noch Ausbesserungsarbeiten anstanden, nahm ich erstmal nichts mit in die Wohnung. Zu Hause angekommen, schaute ich mir dann die Fotos an –  Wie ärgerlich, dachte ich mir, jetzt sieht man all diese Schrottstellen noch nicht einmal auf den Bildern. Ich wollte dem Durchde ja zeigen, warum ich noch länger für meine Kulisse brauchen würde. – Erst später, unter anderem aufgrund des Zuredens von Freunden und Durchde, denen ich die Bilder gezeigt hatte, kwurde auch mir endlich bewusst  dass es doch ein Vorteil ist, wenn man die Mängel im Foto nicht sieht. Und selbst die kleinen Stellen, wo doch Schäden zu sehen sind, lassen die ganze Felslandschaft nur noch natürlicher erscheinen. Ich hatte einfach viel zu sehr einen Maßstab angesetzt, der für Dioramen oder Schaustücke vielleicht korrekt wäre, für mein Foto aber nicht.
Ursprünglich war übrigens noch gedacht mit Ölkreide Akzente auf meine Felslandschaft zu setzen. Da aber der Lack unterschiedlich deckend aufgetragen war, konnte ich auch hierauf verzichten.
Mein Fazit aus diesem Geschehen: Manchmal können ein paar Tage oder ein paar Meter Abstand zum Gegenstand den Blick darauf vollständig ändern und man sollte sich solche Momente und gute Ratschläge immer mal wieder gönnen.

In den Bildern in diesem Artikel sind die Figuren teilweise schon in Vorstufen ihrer Bergmannsausrüstung zu sehen. Wen interessiert, welche Materialien ich dafür verwendet habe und wie ich die Grubenlampen im endgültigen Bild umgesetzt habe, der sollte den nächsten Artikel an dieser Stelle auf keinen Fall verpassen.

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