Collectibles

All zu häufig treibe ich mich ja nicht im Ausland herum. Ich war zwar in den letzten Jahren öfter mal im Osten, vornehmlich in Russland, unterwegs, aber Urlaub habe ich bisher noch nie weit über die Grenzen Deutschlands hinaus gemacht.
Dieses Jahr habe ich dies mal geändert und bin mit Freunden für eine Woche nach Singapur geflogen. Wir hatten einen ortsansässigen Freund, der uns viel herumgeführt hat und es war eine Woche mit vielen Fußmärschen von einem touristischem Highlight zum nächsten und natürlich: Shopping. Und weil ich mit dabei war, mussten wir selbstverständlich auch einen Tag meinem Lieblingsthema „Star Wars“ widmen.
So wusste ich z.B., dass es in Singapur die Niederlassung von Lucasfilm Animation im für sein Design ausgezeichneten Sandcrawler Building residiert. Dies sollte der erste Ort sein, welchen wir an unserem fünften vollständigen Tag in Singapur besuchen wollten. Leider haben wir uns verfahren, weil Google Maps den Firmensitz von Lucasfilm im Bereich des Expo-Geländes, weit im Westen von Singapur, verortete. Zwar sah der U-Bahnhof aus, wie ein leibhaftiger Rebellentransporter, das war aber auch das Einzige, was hier an Star Wars erinnerte. Ein Werbezettlerverteiler sprach uns an, als wir versuchten, an dem hufeisenförmigen Gebäude irgendein Firmenschild oder vielleicht doch noch eine Sandcrawler-Silhouette auszumachen. „You guys look lost“ – Recht hatte er und bestätigte uns dann auch direkt, was eine schnelle Google-Recherche schon angedeutet hatte: Das Sandcrawler Building liegt zentraler in Singapur. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Adresse im Bereich des Expo-Geländes der alte Firmensitz von Lucasfilm war, bevor sie am 16. Januar 2014 das neue Sandcrawler Building im Stadtteil Fusionopolis bezogen.
Also haben wir kurzerhand unseren Tagesplan umgestellt. Auf der U-Bahnstrecke lag nämlich der Haltepunkt Bugis, wo sich laut unseren ortskundigen Freunden „irgend so ein Laden“ befinden sollte, in dem immer „ganz viele Marvel-Figuren im Fenster stehen“. Das hörte sich vielversprechend an und wurde mehr als übertroffen, als wir dieses Geschäft mit dem Namen „Simply Toys“ dann erreichten. War das ein Laden! Der Name war hier tatsächlich Programm. Im Schaufenster stand ein Iron Man Mark 42 und schon von außen war erkennbar, dass dieses Geschäft vollgestopft war mit Sammelwaren hauptsächlich figürlicher Natur.
Der Focus lag klar auf Marvel und Star Wars. Fast alles, was angeboten wurde, wurde klar zu Sammlerpreisen verkauft, die ich als solide und nur manchmal als überzogen erachtete. Sie waren vergleichbar mit den Preisen, wie sie hierzulande Online-Händler mit ähnlichem Angebot nehmen.
Aber dennoch gab es viel zu gucken. Ich habe z.B. noch nie so viele Sideshow-Figuren gesehen, dass sie sich kartonweise bis unter die Decke stapelten. Teilweise waren viele Statuen und Büsten schön in Vitrinen präsentiert… wenn auch vielleicht etwas wild zusammengestellt. Ich wollte in diesem Laden unbedingt etwas kaufen und haben etwas für meinen Bossk-Fokus gefunden – dazu aber an anderer Stelle mehr. Bei Bezahlen erwähnte ich dann, wie beeindruckt ich von der riesigen Auswahl in diesem Geschäft war. Woraufhin der Kassierer nur meinte, ich sollte mal nach Vivo City fahren. Dort hätten sie einen weiteren Laden mit der doppelten Fläche – Ich wollte es im Hinterkopf behalten.

Nachdem wir noch ein paar weitere Läden in dieser Mall – unter anderem einen Brickshop, der das Lego-Logo vermied aber nur Lego im Sortiment hatte, besuchten, sollte es dann endlich zum Sandcrawler Building gehen. Aus dem Internet wussten wir bereits, dass es sich um ein Gebäude mit recht wenig öffentlichen Attraktionen handelte. Aber ich war dennoch bestrebt zumindest ein Erinnerungsmotiv im Stammtisch-Shirt zu erstellen und wenigstens ein starwarsiges Andenken mit nach Hause zu nehmen. Mein Begleitpersonal machte sich schon entsprechend lustig aber wat mutt, datt mutt!
Und da war es dann auch. Es lag direkt vor uns nachdem wir die U-Bahn-Station Buena Vista verlassen hatten. Der Sandcrawler deutete mit seinem Bug direkt auf uns zu. Also schwupps T-Shirt übergestreift und los ging die Knipserei.
Unser ortskundiger Reisebegleitfreund ging mit uns natürlich auch direkt in das Gebäude, welches innen in schwarzem Stein und Stahl verkleidet ist. Im Foyer saß nur eine vermutlich malayische Dame, die uns darauf hinwies, dass hier das Fotografieren nicht erlaubt wäre. Des weiteren würde es sich um ein Bürogebäude handeln, welches wir nicht weiter als bis zum Foyer betreten dürften. Wir sollten aber gerne bis zum Innenhof durchgehen, der dann wieder öffentlich wäre.
Dies haben wir dann auch gerne getan. Das Gebäude hat eine merkwürdige, geschwungene V-Form in der Draufsicht, mit einem Innenhof, der zum hinteren Teil hin offen ist. In diesem Innenhof, der sehr bewachsen ist, befindet sich ein Brunnnen mit einer Yoda-Bronzestatue (Hier eine Rundumsicht, die mein Kumpel erstellt hat). Hier haben wir dann noch ein paar weitere Fotos erstellt. Man kann übrigens aus diesem Innenhof heraus auch einen Blick auf die Büroflure in den höheren Stockwerken erhaschen. Dort stehen ein paar lebensgroße Figuren aus The Clone Wars und ein wenig Merchandise, soweit ich das erkennen konnte aber keine Originalrequisiten aus den Filmen. Das was hier hergestellt wird ist eben digital, man müßte halt einen Blick auf die Festplatten werfen können um vielleicht noch etwas Besonderes zu sehen. Also nahmen wir Vorlieb mit Yoda und dem sehr schönen Gebäude … und unserem ersten Regenschauer in Singapur, welcher aber nach einer Weile wieder dem üblichen Sonnenschein wich.

 

Hier noch zusätzlich ein Video, welches einen guten Eindruck vom Innnenleben des Gebäudes vermittelt:

Der Tag war noch nicht vorbei und da war ja noch die Sache mit dem noch größeren Shop in Vivo City in meinem Hinterkopf. Dieser Ort war mit der U-Bahn gut zu erreichen und Abendessen könnte man ja auch dort zu sich nehmen, also warum nicht dem nächsten Figurenladen einen Besuch abstatten? Der Plan war also gefaßt und als wir dort ankamen, war das Staunen groß. Dachten wir noch, der erste Laden wäre groß, wurde man hier eines besseren belehrt. Dieses Geschäft, günstig gegenüber dem Eingang zu einem Kino gelegen, war wieder riesig und ebenfalls voll bis an die Decke mit allem, was das Sammlerherz begehrt. Im hinteren Teil des Geschäftes gab es ein regelrechtes Museum mit vielem von dem, was die bekannten Großfigurenhersteller in den letzten Jahren auf den Markt gebracht haben. Es gipfelte in drei 1:1 Iron Man Figuren am Ende eines langen ehrfurchtsgebietenden Vitrinenganges. Leider war es auch hier preislich nicht anders bestellt, wie in der zuvor besuchten Zweigstelle. Die Preise waren nicht überteuert, aber eben auch Sammlerpreise. Schnäppchen gab es hier nicht zu machen. Mein Augenmerk lag also eher auf japanischen Figuren, die ich zu Hause vielleicht nicht so leicht bekommen könnte und Dingen, die vor allem noch gut in meinen Koffer passten. Auch hierzu später mehr.
Direkt neben diesem Geschäft, quasi Wand an Wand gab es einen weiteren, deutlich kleineren Shop mit dem lustigen Namen Funz Centre. Dieser hatte ebenfalls Figuren im Angebot, jedoch bei weitem nicht so spezialisiert, wie nebenan. Unter anderem gab es Adventure Time-Plüschfiguren, Disney-Figuren, etc. Der Hauptfokus lag wohl eher bei Videospielen. Auch hier habe ich ein paar Schnapper getätigt, bevor wir dann das Ende des Tages mit unserem ersten westlichen Essen seit längerem bei Carls Jr. und seinen Burgern langsam einläuteten.

Ich möchte jetzt noch gar kein Gesamtfazit zur Reise abgeben, da ich noch den einen oder anderen Reisebericht in der Hinterhand habe. Aber als Star Wars-Tourist ist Singapur nur ein bedingt taugliches Reiseziel. Das, was ich hier an Geschäften geschildert habe, ist ein typisches Bild für dieses Land. Selbst ein Supermarkt oder ein Elektronikgeschäft kann hier riesig, mit einer schier überwältigenden Auswahl daher kommen. Und auch große, beeindruckende Gebäude sind hier zahlreich. Das Sandcrawler Building ist da schon fast unscheinbar. Da gibt es in Sachen Star Wars in den USA sicher ergiebigere Ziele. Wenn man seinen Fokus aber nicht nur auf dieses Thema legt, und doch ein wenig seinem Hobby frönen will, dann lohnt es sich. Singapur hat noch viele weitere touristische Attraktionen und das war eine sehr interessante Woche für mich.

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