Scout Trooper

Das ist ja schon eine kleine Weile her, dass ich zu letzten mal etwas zu meinem Stormtrooper-Projekt geschrieben habe. Sehr viel ist seit dem nicht passiert, aber dieses Jahr ist ein Star Wars-Jahr und ich habe vor, wieder ein wenig Fahrt in dieser Sache aufzunehmen.

Also habe ich mir vor einigen Tagen mal wieder die Kartons mit der Rüstung hervorgeholt um zu sehen, wie der Stand ist. Dabei fiel mir zum ersten Mal auf – weiß der Geier wieso erst jetzt – das große Teile der Rüstung sichtbar vergilbt sind. Dies liegt sicher daran, dass sie von 2005 bis Ende 2013 offen in meinem Sammelzimmer auf einer Schaufensterpuppe stand… vor einem Fenster. Das war zwar den größten Teil zugezogen, aber nicht vollständig lichtdicht.

Ich könnte zwar mit diesem leichten Vintage-Gilb leben, perfekt fände ich aber eine weiße Rüstung, zumal einige im Jahr 2012 gekaufte Zusatzteile (warum habe ich darüber eigentlich keinen Blogartikel verfasst!?) ebenfalls noch in einem hervorragenden, weißen Zustand sind.

Also habe ich beim letzten Stammtisch der norddeutschen Sammler mal ein Teil der Rüstung mitgenommen um zu erfragen, ob es Erfahrung damit gibt, wie man vergilbten Kunststoff wieder weiß bekommt. Die Freunde sind zwar begeisterte Sammler alter Figuren, die auch mal gelb werden, konnten mir aber außer mechanischen Verfahren bei denen die gelbe Oberfläche abgetragen wird keine Tipps geben.

Schleifen und polieren war mir aber zu riskant, da auch nicht klar gesagt werden konnte, wie tief die Vergilbung in den Kunststoff vorgedrungen ist. Ich war also schon ein wenig desillusioniert, aber doch gerade noch fähig für eine kleine Google-Recherche, denn jetzt ging es nicht nur um mich, sondern vielleicht auch um den einen oder anderen Stammtisch-Kollegen!

Dabei bin ich auf folgendes Video gestoßen:

Ich war beeindruckt, wie unglaublich grau diese Computerteile in dem Video wieder wurden. Aber noch viel mehr beeindruckte mich, wie einfach die Prozedur ist. Der Trick ist einfach nur Blondierung in 12%-Konzentration auf die Figur aufzutragen und sie mindestens 36 Stunden einer UV-Lichtquelle auszusetzen.

Blondierung empfiehlt sich, weil sie Wasserstoffperoxid enthält, gleichzeitig aber nicht flüssig sondern von cremiger Konsistenz ist. Dadurch spart man diese Flüssigkeit ein, weil sie nicht einen Behälter ausfüllen muss, in dem die vergilbten Teile liegen und möglichst vollständig bedeckt werden.

Natürlich habe ich meinen ersten Test nicht an meiner geliebten Rüstung ausgeführt. Dafür habe ich einen Vintage Scout Trooper herangezogen, der mit einem wirklich außerordentlich gelben Rücken geradezu prädestiniert als Versuchsobjekt war. Den habe ich also schön mit meiner Blondierung eingecremt und dabei bewusst darauf geachtet, dass auch die bemalten, schwarzen Flächen bedeckt werden um mögliche Auswirkungen auf die Farbe beobachten zu können.

Dann habe ich ihn, wie im Video beschrieben, in Frischhaltefolie verpackt, damit die Blondierung nicht austrocknet und vorzeitig an Wirkung verliert und unter eine UV- bzw. Schwarzlichtlampe gestellt. Dies funktioniert hier bei mir in einer kleinen Abstellkammer super ohne, dass ich großartig andere störende Lichtfaktoren hätte. Quasi, wie in einer Dunkelkammer. Alternativ sollte es wohl auch möglich sein, die behandelte Figur in die pralle Sonne zu legen, dann könnte es aber länger dauern, weil es Nachts vielerorts einen deutlichen Abfall an UV-Strahlung gibt… mal ganz davon abgesehen, dass auch andere Bereiche des natürlichen Lichts üblicherweise nicht mehr so präsent sind.

Nach den ersten 24 Stunden war schon leicht zu erkennen, dass die Figur etwas heller wurde. Dies aber auch nur im Vergleich mit den Fotos, die ich vor Beginn der Prozedur erstellt hatte. Im Video ist zwar beschrieben, dass man mit einer „Salbung“ den Prozess die ganzen 36 Stunden durchführen soll, ich habe aber nach diesem Tag und auch an allen folgenden Tagen immer wieder die Blondierung abgewaschen und erneuert um möglichst immer die volle Wirkung zu haben. Der Verbrauch bei einer Figur war wirklich nicht hoch. Eine Fingerspitze Blondierung reichte locker für eine komplette Salbung. Und ich hatte mir vorsorglich für meine Rüstung gleich mal 2 Liter geordert.

Am zweiten Tag schon war der Trooper nicht mehr zitronengelb, sondern nur noch vanillegelb. Allerdings war auch genau zu erkennen, von welcher Seite er am meisten von der UV-Lampe angestrahlt wurde. Also habe ich ihn für den dritten Tag direkt auf die Leuchtstoffröhre gebunden … hol’s der Geier, das muss doch funktionieren!

Und wirklich! Wie vereinbart am dritten Tag war der ehrwürdige Scout dann wieder fast weiß. Einen weiteren Tag habe ich ihm dann noch gegönnt und ich bin begeistert. etwas Gilb ist bei Tageslicht noch zu erkennen, aber oberflächlich betrachtet war dieses Experiment ein voller Erfolg. Die Figur ist selbst in den verwinkeltesten Ecken wieder fast weiß, wie neu. Und nun liegt auch schon das erste Teil meiner Rüstung in der UV-Kammer.

Der Trooper sieht blendend aus, aber nicht nur das. Auch die Oberfläche des Kunststoffs wirkt nicht angegriffen. Das gleiche gilt für die bemalten schwarzen und weißen Flächen. Außerdem riecht die Figur nicht nach dem Wasserstoffperoxid, welcher ohnehin geruchlos ist.

Deutlich ist auch zu erkennen, wie es auch im Video angesprochen wurde, dass Verunreinigungen nicht entfernt werden. Der Trooper hatte auf der Oberseite des Helmes leichte Kratzer, die sich über die Jahre wohl etwas mit grau erscheinenden Schmutz gefüllt haben. Diese sind weiterhin sichtbar, ich habe aber den Eindruck in etwas abgeschwächter Form.

Bevor jetzt die Vorher-Nacher-Bilder kommen noch ein eindringlicher Hinweis:

Diese Blondierung ist eine Chemikalie, die ihr nicht auf eurer Haut und vor allen Dingen nicht in den Augen haben wollt. Tragt also unbedingt eine Schutzbrille, Latexhandschuhe o.ä. und kleidet eure Arbeitsfläche gut mit Folie oder anderem wasserundurchlässigen Material aus. Außerdem achtet auf eure Kleidung. Die gebleichten Flecken bekommt ihr aus keiner Kleidung mehr heraus, die könnt ihr anschließend nur noch anziehen, wenn ihr Muddi beim Unkrautzupfen helft.

Battle Pack - Shield Generator Assault

In jeder neuen Figurenreihe bringt Hasbro seit einer gewissen Weile immer wieder sogenannte Battlepacks heraus. Diese Sets enthalten meist eine gewisse Anzahl von Figuren, welche zu einem großen Teil bereits zuvor erschienen sind. Manchmal sind sie dann nur neu bemalt, haben einen neuen Kopf oder irgendein anderes neues Feature oder es ist einfach nur ein bestimmtes Zubehör beigepackt, welches der Sammler gerne besitzen möchte. Manchmal, ganz selten, ist tatsächlich eine neue Figur enthalten, welche Hasbro bereits entwickelt hat, welche aus irgendeinem Grunde aber nicht in der normalen Linie veröffentlicht werden konnte. Weiterlesen

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